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Festakt aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des EÜK

Festakt im EÜK : Besondere Atmosphäre trägt das EÜK

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Europäischen Übersetzer-Kollegiums (EÜK) gab es einen Festakt. EÜK-Präsident Claus Sprick begrüßte zahlreiche Gäste. Darunter den Schriftsteller Uwe Timm, der die Festrede hielt.

Auf den ersten Blick ist es die Atmosphäre, die das Europäische Übersetzer-Kollegium (EÜK) an der Kuhstraße in Straelen zu etwas ganz Besonderem macht. Das bemerkten und formulierten viele der geladenen Gäste, die am Dienstag am Festakt aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Europäischen Übersetzer-Kollegiums teilnahmen.

Die ruhige Umgebung, die alten Gebäude, das Atrium und vor allem die weltgrößte Spezialbibliothek für Übersetzer: All das macht das EÜK seit 40 Jahren zu dem perfekten Arbeitsplatz für Übersetzer. Zu Beginn begrüßte Claus Sprick, Präsident des Europäischen Übersetzer-Kollegiums, seine Gäste und übergab das Wort an die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Lemmen, die ihr Grußwort mit „Ich hoffe, dass Sie die zukünftigen Herausforderungen genauso meistern wie die vergangenen“ abschloss.

Dr. Hildegard Kaluza vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen begeisterte sich für „die einmalige Einrichtung“. Wie bereits Lemmen thematisierte auch sie, dass es sich beim Übersetzen um „eine Kunst, die oft im Verborgenen bleibt“, handle. Dabei sei die Arbeit der Übersetzer immens wichtig: „Sie übertragen nicht nur Texte von einer Sprache in eine andere Sprache, sondern auch von einer Kultur in eine andere Kultur.“ Und genau das unterstütze das EÜK und sei somit „ein Glücksfall“.

Die Festrede „Zu Ehren der Übersetzer und des Kollegiums“ übernahm Schriftsteller Uwe Timm. Er thematisierte die Entstehung der einzelnen Sprachen und den Anspruch, alle Texte für Menschen anderer Sprachen verständlich zu machen. Dabei käme es nicht nur auf den genauen Wortlaut an, sondern auch die Form müsse in einem gewissen Maße berücksichtigt werden. Er lobte den engen Zusammenhalt der Übersetzer, die im EÜK „den Kampf um das Verstehen ausfechten“. Somit sei das EÜK „eine Utopie“, „das Bauhaus zum Turm von Babel“. Im Anschluss plauderte er mit seinem schwedischen Übersetzer Jörn Lindskog über ihr Kennenlernen, das Land Schweden, den jeweiligen Beruf und die damit verbundenen Schwierigkeiten und die Zusammenarbeit zwischen Autor und Schriftsteller.

Für einige Lacher sorgten Renate Birkenhauer, Olga Garcia und Ulrich Pröfrock mit ihrem Vortrag „Über die Schwierigkeiten und Zweifel beim Übersetzen: ein kurzweiliger Streifzug durch die Geschichte des Übersetzens“. Darin präsentierten sie mit Hilfe vieler Zitate die Arbeit der Übersetzer: „Übersetzen ist wie Putzen, es fällt nur auf, wenn es schlecht gemacht ist.“ Zum Schluss ergriff noch einmal Sprick das Wort, der die Gäste des Festaktes zu einem Umtrunk mit Fingerfood einlud. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte Philipp Dieser am Flügel.