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Straelen: Feiern in Straelen kann teuer werden

Straelen : Feiern in Straelen kann teuer werden

Die Stadtverwaltung denkt über eine Änderung der Vergnügungssteuer nach. Möglicherweise werden Veranstaltungen wie die Blaulicht-Nacht und das Oktoberfest mit der Abgabe belegt. Morgen berät der Haupt- und Finanzausschuss.

Um das Haushaltsloch zu stopfen, sucht die Stadt Straelen nach neuen Einnahmequellen. Eine davon ist die Vergnügungssteuer. Die Verwaltung bringt eine Änderung der entsprechenden Satzung ins Spiel, über die der Haupt- und Finanzausschuss morgen zu beraten hat. Das Feiern in Straelen könnte teurer werden. Denn eine Variante sieht vor, nicht nur, wie in der seit 2005 gültigen Fassung, Striptease, Porno-Filme und Spielautomaten zu besteuern, sondern Tanzveranstaltungen jeder Art.

Umfangreich ist die Liste der Feiern, die dann belastet würden. Es sind die Blaulicht-Nacht der Feuerwehr Straelen, die Blue-Light-Night der Feuerwehr Brüxken, die Karnevalsparty mit Frühschoppen, die PS-Auslosung der Sparkasse, Abitur-Abschlussbälle, Tanzveranstaltungen bei Kirmes und Schützenfest, der Altweibertanz auf dem Markt, Hallenfeste, das Oktoberfest, Waldfeste, Abitur- und Vorabifeten, Kulturring- und weitere Tanzveranstaltungen. Die Verwaltung errechnet Einnahmen von maximal rund 31 000 Euro. Dabei setzt sie einen Eintrittspreis von durchschnittlich 5,50 Euro an sowie ausverkaufte Hallen und Säle. Bei einer Abrechnung nach Quadratmetern wären von den Veranstaltern insgesamt etwa 1000 Euro zu zahlen, mit der Ausnahme Oktoberfest, das höher veranschlagt wird.

Diese Veranstaltung taucht auch in einer zweiten Vergnügungssteuer-Variante auf. Dort führt die Stadt nur rein kommerzielle Tanzereignisse auf. Außer dem Oktoberfest zählen dazu die PS-Auslosung der Sparkasse, Abiturfeiern und Vorabifeten. Eine Prognose über die Einnahmen ist laut Stadt nur schwer zu treffen, weil die Anzahl der Vorabi- und Abiturfeiern nicht absehbar sei.

Gar nicht vergnüglich findet die Feuerwehr Straelen die Vergnügungssteuer-Pläne. "Wir sind ein bisschen geschockt", sagte gestern Vorstandsmitglied Marco Peters. Er organisiert die 4. Blaulicht-Nacht, die am Samstag, 12. Januar, um 20 Uhr in der Stadthalle beginnt und von einer Neuregelung als erste betroffen wäre. Die Feuerwehrleute gehen in diesen Tagen von Haus zu Haus und bieten Tombola-Lose für drei Euro an. Eintrittskarten kosten an der Abendkasse sechs Euro, also mehr, als die Stadtverwaltung in der Kalkulation mit Einnahmen von knapp 2200 Euro veranschlagt. "Wir haben um ein Gespräch mit der Stadt gebeten, das hat noch nicht stattgefunden", erklärte Peters. Die Feuerwehr will das Ergebnis dieses Treffens abwarten und dann entscheiden, wie es weitergeht.

Kritik an dem Vorhaben übt Johannes Pieper, einer der Organisatoren des Straelener Oktoberfestes. Allein von dort flössen bei einer Vergnügungssteuerpflicht laut Stadt fast 15 200 Euro in die Stadtkasse. "Und das basiert noch auf den veralteten Zahlen. Tatsächlich wären es rund 19 000 Euro", so Pieper. "Die fast 5800 Karten für die zwei Tage waren im Nu weg", weist er auf die Riesenresonanz hin. Die höheren Gema-Gebühren seien in die Kartenpreise eingeflossen. Käme jetzt noch die Vergnügungssteuer hinzu, müssten vermutlich die Getränkepreise erhöht werden.

(RP)