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FDP Straelen beantragt ein eigenes Stadtwerk für Straelen.

Kommunale Energieversorgung : FDP will eigene Stadtwerke für Straelen

Die Liberalen haben einen Antrag für die Fachausschüsse eingebracht. Sie versprechen sich Vorteile für den Klimaschutz und die Finanzen.

Die FDP-Fraktion will prüfen lassen, ob eigenständige Stadtwerke für Straelen gegründet werden können. Dieser Antrag soll sowohl im Haupt- und Finanzausschuss wie auch im neu gegründeten Ausschuss für Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit beraten werden.

Roland Peffer, Sachkundiger Bürger der Straelener FDP-Fraktion, erklärt die Initiative: „Wir haben uns die Zahlen anderer Kommunen mit eigenen Stadtwerken und überregionale Studien zu dem Thema angeschaut. Es liegt im Trend der letzten Jahrzehnte, dass auch kleinere Städte erfolgreich eigene Stadtwerke gründen und betreiben können.“

Straelen habe ein eigenes Schwimmbad, unterhalte drei Schulen und sei auch ansonsten großzügig, zum Beispiel bei der Förderung von Sportvereinen wie auch allgemein bei der Verbesserung der Lebensqualität für die Mitbürger. Und das solle auch möglichst so bleiben. Auf der anderen Seite sei der Straelener Haushalt seit Jahren defizitär, und die Rücklagen aus besseren Zeiten seien in wenigen Jahren aufgebraucht. Eine Trendwende sei allein durch Einsparungen wohl nicht zu erreichen, so die FDP.

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Der Klima- und Umweltschutz sei auf lange Sicht nach wie vor eine der größten Herausforderungen, der sich jede Kommune stellen müsse. Und auch wenn diese Krise momentan durch die Corona-Pandemie überdeckt werde, sei sie nicht verschwunden. Hier könne die Lokalpolitik durch Schaffung einer klimafreundlichen Energiewirtschaft konsequent entgegenwirken. Peffer: „Das Ziel muss dabei eine regenerative und Kohlendioxid-neutrale Energieerzeugung sein. Möglichkeiten liegen hier beispielsweise in den Bereichen Geothermie, Photovoltaik, Windkraft sowie Bioreaktoren.“

Insbesondere das Thema effiziente Energiespeicherung stelle eine technische Herausforderung dar, die vielleicht am besten von den Verantwortlichen vor Ort und angepasst an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten gelöst werden könne. „Auch beim Einkauf können eigene Stadtwerke gezielt auf Anbieter nachhaltig erzeugter Energie zugreifen, oder andersherum selbst erzeugte Überschüsse überregional vermarkten.

 Momentan betreiben die Stadtwerke Krefeld das Stromnetz in Straelen und die Gelsenwasser AG die Netzversorgung mit Gas. Beide Unternehmen arbeiten nach Ansicht derFDP sehr gewinnbringend. Die Liberalen sind der Meinung, dass der Anteil an diesen Gewinnen, die in Straelen erwirtschaftet werden, auch in Straelen bleiben sollten. Immerhin liege die Versorgung mit Trinkwasser schon in eigener Hand und arbeite auch profitabel. Daran müsse man anknüpfen.

„Eigene Stadtwerke bieten also eine maßgebliche Option, in unserer Stadt aktiven Klimaschutz zu betreiben. Sie erwirtschaften Gewinne, die wir dringend zur Finanzierung öffentlicher Leistungen brauchen, und schaffen nebenher auch noch sichere und attraktive Arbeitsplätze“, so der Fraktionsvorsitzende Dirk Steiner.

Die FDP hofft, dass alle Fraktionen und die Verwaltung dabei zum Wohle der Bürger und der Stadt an einem Strang ziehen. Sie möchte den Kontakt zu den Nachbarkommunen, die schon eigene Stadtwerke betreiben, suchen, um aus ihren Erfahrungen zu lernen.