Fälle von Anrufen falscher Polizsiten häufen sich im Gelderland

Kriminalität im Gelderland : Senior tappt in Gewinnspielfalle

Aktuell häufen sich wieder die Fälle von betrügerischen Anrufen. Unbekannte geben sich als Polizisten auf. In Geldern gab es gleich drei Telefongespräche innerhalb von kurzer Zeit. In Rheurdt überwies eine Frau den Betrügern Geld.

Die Zahl der betrügerischen Telefonanrufe steigt und steigt. Allein in den vergangenen Tagen registrierte die Polizei acht Fälle. Zumindest eine gute Nachricht gibt es: Die Betrüger gingen fast immer leer aus. Um Geld geprellt wurde allerdings eine 72-Jährige aus Rheurdt. Sie hatte Anrufe bekommen, in denen ihr mitgeteilt wurde, dass sie 38.000 Euro bei einem Preisausschreiben gewonnen habe. Um das Geld zu bekommen, müsse sie jedoch vorab eine Zahlung von 1100 Euro leisten. Damit sollten die Kosten für Notar und Transport gedeckt werden. Die Seniorin überwies ein Teil des Geldes. Die Betrüger meldeten sich noch einmal und forderten sie auf, die gesamte Summe zu zahlen. Als die 72-Jährige eine weitere Überweisung vornehmen wollte, schöpften die Bankangestellten Verdacht und schalteten die Polizei ein. Von Geld und Tätern fehlt jede Spur.

Bei drei Fällen in Geldern dagegen gingen die Betrüger leer aus. Am Sonntag, 9. Juni, bekamen drei Gelderner kurz hintereinander Anrufe. Einem 81-Jährigen erzählte der Unbekannte, es habe in der Nachbarschaft mehrere Einbrüche gegeben. Er solle daher alle Wertgegenstände einschließen. Dem Senior kam das komisch vor, und er legte auf. Verdacht schöpfte auch ein 78-Jähriger, bei dem ein vermeintlicher Polizist am Telefon erklärte, ein Kollege würde gleich vorbeikommen, weil die Sicherheitsbestimmungen für Türen und Fenster nicht mehr erfüllt seien. Das kam dem 78-Jährigen reichlich seltsam vor, und er beendete kurzerhand das Gespräch. Noch schlagfertiger war ein 43-Jähriger. Als sich hier ein angeblicher Polizist meldete und riet, Fenster und Türen zum Schutz gegen Einbrecher zu schließen, sagte der Gelderner „Danke“ und legte auf.

Auch in weiteren ähnlichen Fällen in Straelen, Kerken und Kleve fielen die Bürger nicht auf die falschen Polizisten herein. „Offenbar werden die Leute aufmerksamer. Das ist positiv“, sagt Corinna Saccaro von der Polizeipressestelle. Das sei wichtig, weil die Flut von Betrugsanrufen nicht abebbt. Erst Dienstagnacht um Mitternacht hatte eine 76-Jährige in Goch wieder einen Anruf erhalten. Dort hieß es, man sei von der Kripo und wolle nur wissen, ob alles in Ordnung ist. Die Seniorin meinte: „Sie verhalten sich aber auffällig.“ Daraufhin legte der falsche Polizist auf. Der Fall zeigt: Betrugsanrufe um Mitternacht sind nicht mehr ungewöhnlich. Auch eine Frau aus Kleve war um 0 Uhr angerufen worden.

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