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Faelend arbeitet am dritten Album und präsentiert den Song "Heal me"

Mensch und Stadt : Das musikalische Heilmittel der Elben

In Corona-Zeiten arbeiten die aus Walbeck stammende Sängerin Monika Stienen und ihre Band „Faelend“ unter erschwerten Bedingungen an ihrem dritten Album. Das Stück „Heal me“ soll den Menschen Mut machen.

Es mag sich wie ein Kalauer anhören. Was machen Musiker in Corona-Zeiten ? Die Antwort liegt auf der Hand: Hausmusik. Bei dieser Gelegenheit ist jetzt auf einem Wankumer Bauernhof ein Song entstanden, der sich für die Band „Faelend“ als großer Wurf erweisen könnte. „Unser neues Stück war gar nicht bewusst geplant. Wie die meisten anderen Menschen auch verbringen wir aktuell viel Zeit zu Hause. Ben saß mit seiner Gitarre auf dem Sofa und hat eine Melodie gespielt. Ich habe irgendwann angefangen zu singen. Das hört sich nach einem Zufall an. Ich sehe das eher als glückliche Fügung“, erzählt Monika Stienen.

Mit Ben Paderna, amerikanischer Bluesmusiker mit japanischen Wurzeln, und dem Keyboarder und Pianisten Jürgen Magdziak bildet die aus Walbeck stammende Sängerin eine Musiker-WG auf besagtem Bauernhof, der so etwas wie die Zentrale der bekannten Tolkien-Band darstellt. Das eingängige, melodische Stück trägt den Titel „Heal me“, aus aktuellem Anlass folgt in Klammern gesetzt der Zusatz „from Corona“. Wie in fast jedem Song der achtköpfigen Band spielt das Werk von J.R.R. Tolkien, legendärer Autor der „Herr der Ringe“-Saga, eine große Rolle. „Heal me“, das alle Voraussetzungen für den Sprung in die Charts mitbringt, dreht sich um das duftende Heilkraut Athelas. Dieses wurde in der berühmten Verfilmung von Aragorn eingesetzt, dem legendären Waldläufer und treuen Gefährten der Hobbits um Frodo Beutlin.

Über einem beruhigenden Klangteppich, den die Formation inzwischen gewebt hat, schwebt die glockenhelle, im ursprünglichen Sinn des Wortes fabelhafte Stimme von Monika Stienen. Ganz so wie die im Lied besungene, vom Sonnenlicht durchflutete Brise, die heilende Wirkung in sich trägt.

Selbstverständlich wissen die Musiker aus dem Gelderland ganz genau, dass sie kein Wundermittel produziert haben. Aber beruhigende Wirkung hat „Heal me“ allemal. Und stärkt damit beim Hören das Immunsystem. Wer sich davon überzeugen möchte – „Faelend“ hat den Song samt sehenswertem Video vorab bei „YouTube“ veröffentlicht.

„Selbstverständlich haben die Menschen zurzeit Angst. Das geht uns nicht anders. Aber wenn das Lied dazu beiträgt, dass die Hörer einmal tief durchatmen können, haben wir schon viel erreicht. Ich glaube schon, dass Musik die Welt ein kleines Stück besser machen kann“, sagt Stienen.

Die Sängerin und Musikpädagogin beschäftigt sich seit ihrer Jugend mit der Kunstsprache Elbisch, die J.R.R. Tolkien schon entwickelt hatte, lange bevor seine Roman-Trilogie erschien. Es handelt sich um das sogenannte Sindarin. „Das war die gängige Sprache auf den Straßen in Mittelerde“, erklärt Monika Stienen, die mit ihrem Bruder Frank, künstlerischem Multitalent der Gruppe, und Ben Paderna bereits 2008 das „Faelend-Project“ auf den Weg gebracht hatte. Auch der Bandname setzt sich aus den elbischen Begriffen „Fae“ (Seele, Feuer) und „Lend“ (Reise) zusammen.

Aktuell arbeiten Monika Stienen und ihre musikalischen Weggefährten, zu denen außerdem Heike Leon­hard (Flöten, Gesang), Frank Mellies (Schlagzeug), Martin Pfuhler (Bass) und Conny Leson (Violine) gehören, an ihrem dritten Album. Unter erschwerten Bedingungen. In Corona-Zeiten sind gemeinsame Proben nur über Online-Schaltungen im Internet möglich. Und der musikalische Feinschliff im Halderner Tonstudio Keusgen muss vorerst auch noch auf Eis gelegt werden. „Leider sind bis zum Herbst schon fast alle Konzerte und Festivals abgesagt worden. Wir haben aber noch die leise Hoffnung, dass wir bei unserem Heimspiel auf den Ponter Tolkien-Tagen Anfang Juni auftreten können“, meint die charmante Elbin.

Trotz aller Widrigkeiten darf sich die große Faelend-Fangemeinde bereits auf das neue Album freuen – den besten Beweis dafür liefert die erste „Single-Auskopplung“ mit Heilkraft. Neben mehreren englisch- und elbischsprachigen Songs gibt’s unter dem Titel „Gelre“ auch eine mittelalterlich klingende Hymne an die Heimat- und Drachenstadt. Bis dahin grüßen die Musiker mit dem elbischen „Namárië“ (Lebe wohl) und freuen sich auf ein gesundes Wiedersehen in der Nach-Corona-Zeit.