Geldern: Erster Platz für Liebfrauenschüler

Geldern : Erster Platz für Liebfrauenschüler

Mit einer Einladung in den Landtag wird der Erfolg des Französischkurses von Irmtrud Reilmann geadelt. Unter mehr als 100 Teilnehmern setzte er sich beim 12. Internet-Team-Wettbewerb durch. Heute findet die Preisverleihung statt.

Als die Klassentür aufgerissen wurde, wussten Jessica Großfurth und Friederike Irkens, es muss was Besonderes passiert sein. "Unsere Französischlehrerin war total aus dem Häuschen und hielt eine ausgedruckte E-Mail in der Hand", erinnert sich Friederike Irkens. Die Mail enthielt die Nachricht, dass der Französischkurs von Irmtrud Reilmann den ersten Platz beim 12. Internet-Team-Wettbewerb belegt. Der findet zur Erinnerung an die Unterzeichnung des Elysée-Vertrages statt.

Heute machen sich die Schüler des Französisch-Grundkurses der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums der Liebfrauenschule Geldern auf den Weg zum Düsseldorfer Landtag, um sich ihren Preis abzuholen. "Ich denke, es wird sehr offiziell", vermutet Schülerin Friederike Irkens. "Auf jeden Fall wird Frau Löhrmann dort sein. Da sind schon ein paar Menschen, die etwas zu sagen haben und sicher auch eine Rede halten."

Tatsächlich sind neben Sylvia Löhrmann, der Ministerin für Schule und Weiterbildung und stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes NRW, noch Oliver Keymis, Vizepräsident des Landtags NRW, und Michel Giacobbi, französischer Generalkonsul, in Düsseldorf vor Ort. Außerdem mit dabei sind Emmanuel Suard, Kulturrat der Botschaft Frankreichs und Direktor des Instituts Francais Deutschland, Harald Thiel, Leiter des Geschäftsbereichs Fremdsprachen bei den Cornelsen-Verlagen, sowie Ulrike Lange, Vorsitzende der Bundesvereinigung der Französischlehrer. Die Schüler holen sich ihre wohlverdiente Urkunde ab und ihren Preis. "Möglicherweise ist es ein Französischbuch", sagt Lehrerin Irmtrud Reilmann lachend. "Sehr erfreulich" sei der Erstplatzierung ihres Kurses, gibt sie sich bescheiden. Denn eigentlich ist es schon eine ganz schön große Nummer, sich gegen landesweit mehr als 100 Teilnehmer durchzusetzen. Vor allem dann, wenn die eigentlich schon viel länger Französischunterricht haben als die elf treuen Schüler des Berufkollegs der Liebfrauenschule.

"Die meisten aus unserer Stufe haben Niederländisch genommen", sagen Friederike und Jessica. Französisch haben sie erst seit zweieinhalb Jahren. Die Aufgabenstellung war allerdings für Schüler, die seit drei oder vier Jahren Französisch haben, verrät ihre Lehrerin. Der Internet-Team-Wettbewerb, bei dem sich alles um Frankreich und die französische Sprache dreht, läuft wie folgt: Ab 7.30 Uhr wird die Internetseite freigeschaltet und die Schüler müssen Fragen beantworten. "Wir starten um 8 Uhr, wenn der reguläre Unterricht beginnt", sagt Irmtrud Reilmann. Die Schüler müssen die richtigen Antworten finden zu Themen aus dem Bereich Sport, Literatur, Geschichte, Landeskunde, aber auch Fragen zu aktuelle Filmen beantworten und französische Sprichwörter kennen.

Es geht nicht nur um kurze Antworten, es müssen auch Slogans erfunden oder kurze Briefe in französischer Sprache geschrieben werden. Um das alles im vorgegebenen Zeitrahmen zu schaffen, werden Teams gebildet. "Wenn zum Schluss eine Gruppe nicht weiter weiß, wird zusammengearbeitet und gemeinsam überlegt, was die plausibelste Antwort ist", sagt Irmtrud Reilmann.

Das klappte offensichtlich so gut, dass die elf Schüler den ersten Platz erlangten. "Ich freue mich natürlich riesig", sagt die Französischlehrerin, und dann sagt sie noch, was ihr wirklich am Herzen liegt: "Spaß an der französischen Sprache, an Themen, die mit Frankreich zusammenhängen."

Deswegen wird auch gefeiert, vielleicht mit einem Kuchen in den Farben Blau-Weiß-Rot (oder eben: Bleu-Blanc-Rouge). Auf jeden Fall geht es für die Französischschüler der Jahrgangsstufe 13 des Berufkollegs der Liebfrauenschule nach dem offiziellen Teil heute Abend noch zu einem Konzert der französischen Reggae-Band "Danakil" ins Zakk nach Düsseldorf. "Wir werden die Bandmitglieder auch noch treffen und sollen uns schon einmal Gedanken machen, was wir sie fragen sollen", sagen Jessica Großholtfurth und Friederike Irkens. Die Fragen stellen sie natürlich auf Französisch.

(bimo)
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