Geldern Erste Entwürfe fürs alte Finanzamt

Geldern · In das Gebäude am Geldertor sollen ein Hotel und ein Ärztezentrum ziehen. Die Arbeiten könnten noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Kommende Woche stellt der Architekt die Pläne der Verwaltung und den Politikern vor.

 So sollen das neue Hotel und das Ärztehaus in den Gebäuden des alten Finanzamts aussehen.

So sollen das neue Hotel und das Ärztehaus in den Gebäuden des alten Finanzamts aussehen.

Foto: Architekt Hanßen

Vor fast neun Jahren ist das Finanzamt in den Nierspark gezogen. Nun soll sich etwas tun im Leerstand: Kommende Woche wird das Architekturbüro die Pläne für die zwei Gebäude vorstellen. In die alten Mauern sollen ein Hotel und ein Ärztezentrum ziehen.

Die Stadt Geldern hatte im April vergangenen Jahres nach einem jahrelangen Hin und Her das ehemalige Finanzamt gekauft. Im Oktober 2018 wurde dann beschlossen, das Objekt an einen Investor zu veräußern, um die Nutzung für ein Hotel und ein Ärztehaus zu ermöglichen.

Nun gibt es die ersten Pläne für die Umgestaltung der beiden Gebäude: Der größere Bau soll zukünftig das Hotel werden. Dazu müssen die Fenster neu aufgeteilt, die Fassade abgerissen und durch Klinker und Putz ersetzt werden. Zudem soll der Eingangsbereich ein neues Gesicht bekommen. Dort, wo die frühere Kassenhalle war, soll ein Ärztehaus entstehen. Dazu muss das Gebäude abgerissen und durch einen zweigeschossigen Bau ersetzt werden. Der soll optisch mit dem Hotel übereinstimmen. Die Klinker und Farben, die auf dem Entwurf zu sehen sind, seien jedoch noch nicht endgültig entschieden, heißt es von der Stadt.

Wenn der Ausschuss den Beschluss gefasst hat, könne die Stadt die Gebäude an die Hotelier-Familie Janssen und den Arzt Arne Kleinstäuber verkaufen. Dann starte das Baugenehmigungsverfahren. Die Aufteilung im Katasteramt sei erledigt, sagt Kleinstäuber, danach könne man mit dem Abriss des Kassenhauses beginnen. Von da an rechne man mit etwa neun Monaten Bauzeit. „Uns ist daran gelegen, dass alles schnell über die Bühne geht“, sagen die Investoren.

In dem neuen Gebäude plant der Arzt zwei Gemeinschaftspraxen, eine mit Hausärzten, die andere auch mit Spezialisten für Innere Medizin. Sein Plan, dort auch Kinderärzte unterzubringen, sei an den langen Planungen gescheitert. „Es ist alles noch ein wenig offen, aber voraussichtlich werden vier bis fünf Hausärzte dabei sein und zwei Internisten“, sagt Kleinstäuber.

Das Hotel soll neu strukturiert werden, sagt Marc Janssen. 60 Zimmer mit etwa 110 Betten sollen entstehen. „Wir werden dort eine andere Gästegruppe haben als im Seepark Janssen“, sagt er. „Eher Besucher, die weniger Zeit im Hotel verbringen, sondern zum Beispiel beruflich oder für eine Veranstaltung in Geldern sind.“ Auch die Zimmer sollen günstiger sein als in dem Hotel am Rayerssee. In der Ausschuss-Sitzung für die Entwicklung des Niersparks am Dienstag, 12. Februar, wird das Architekturbüro Hanßen die Pläne vorstellen.

Die Verhandlungen um das Areal hatten unerwartet lange gedauert. In einem Bieterverfahren des Landes NRW hatte Anfang 2018 noch der Alpener Investor Peter Werle die Stadt überboten und den Zuschlag bekommen. Nachdem man im Gelderner Rathaus mit dem Gedanken gespielt hatte, das Vorkaufsrecht der Stadt geltend zu machen, zog Werle sich aus dem Geschäft zurück und überließ den Geldernern das Feld.

Für Arne Kleinstäuber, der schon vor acht Jahren mit seinen Plänen an die Stadt herangetreten war, ist die lange Zeit bis zum endgültigen Bau unverständlich. „Die Pläne wurden lange ausgebremst“, sagt er. „Dabei ist die Infrastruktur gut, Parkplätze und Aufzüge sind vorhanden. Man hätte das Gebäude nicht so lange verwahrlosen lassen sollen.“

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