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Erste Ausstellung in der neuen Atelier-Galerie "Arn!ko+" in Straelen.

Bildende Kunst in Straelen : Drei Künstler in neuer Straelener Galerie

Arnhild Koppel zeigt in ihrer Atelier-Galerie „Arn!ko+“ unweit des Marktplatzes eigene Arbeiten sowie Werke von Nanni Wagner und Jörg Möller. Die Kunstwerke entstanden im gegenseitigen Austausch speziell für diese Ausstellung.

Es war die erste Vernissage seit langer Zeit: Zahlreiche Künstlerkollegen gratulierten Arnhild Koppel persönlich zu ihrer Ausstellungseröffnung auf der Mühlenstraße. Gemeinsam mit den beiden befreundeten Gelderner Künstlern Nanni Wagner und Jörg Möller konnte die 60-Jährige auf 45 Quadratmetern ihren lange gehegten Wunsch einer Ausstellung in der Atelier-Galerie „Arn!ko+“ in die Tat umsetzen. Der Titel der Ausstellung „wie gewachsen“ symbolisierte durch die zusammengefügte Darstellung „wiegewachsen“ den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit.

„Jeder hat seine Werke unkommentiert und ungefiltert an den anderen weitergegeben, der es auf seine Weise neu interpretiert hat“, erklärte Arnhild Koppel. „Streitfrage ungeklärt“, nennt sie eines ihrer großformatigen Acrylbilder und deutet schmunzelnd an, dass es hier um die alte Geschichte geht: Was war zuerst da, Huhn oder Ei? Bei ihrem „Urmund“ („Das Werk hatte schnell etwas Mundartiges“) hat sie zum ersten Mal mit Spachtelmasse gearbeitet. Dabei lässt sie oft Strukturen durch andere Materialien und Fundstücke entstehen.

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Bei ihrer Figur „Außerordentlich“ aus Papierfaser in Verbindung mit Acryl, Powertex und Draht bezieht sie den Schatten durch einen Lichtstrahl mit ein. Stolz ist sie auf ihre parallel gearbeiteten Abstrakte „Putamen und Pallidum“, Namen, die sie über den Begriff „Hülse“ im Internet gefunden hat. Es sind zwei Phänomene, die sich in den grauen Zellen der Gehirne wiederfinden. Das Pflasterstein-Objekt „Wurmfortgang“ entstand durch einen Rest einer Fußmatte, die sie nicht wegschmeißen konnte.

Nanni Wagner, Inhaberin des Atelierhofs am Brühlschen Weg in Geldern, befasst sich seit einiger Zeit malerisch und keramisch mit dem Thema „Unter dem Meer“, wozu es eine Ausstellung und ein Buch geben wird. Sie arbeitet mit Tusche und Pigmenten oder, wie bei ihrem Werk „Im Grunde“, mit Asphaltgraphit. Ein abstraktes Werk trägt den Titel „Erneut“, „weil ein altes Bild unten drunter ist, das schemenhaft hervorbricht“. Wegen der fehlenden Einnahmen aus Unterrichtstunden kam Nanni Wagner auf die Idee der Wiederverwendung. Ihre „Moosblüten“ (Keramikförmchen auf Schwemmholz) sowie die kleinteilige Fleißarbeit „Behausungen“ in kleinen Buchenholzkästen liegen ihr am Herzen. Allesamt durch überschüssige Zeit während der Pandemie entstanden, brauchte sie viel Muße für die filigrane Herstellung, das zweimalige Brennen und Glasieren. Damit die Tusche nicht verläuft, legte sie ihre Zwillingsbilder „Aufgebrochen“ auf den Boden und erfreut sich an der Struktur durch Granitmehl.

Jörg Möller hat mit Druckgrafiken, Plastiken und Malerei gleich drei Standbeine. „Es geht immer um den menschlichen Körper“, sagt der Mann, der ebenfalls im Atelierhof in Geldern kreativ ist. Er zeigt, wie bei seinen drei Werken „Lichtung 1-3“ etwas aus den Beinen wächst. Seine Serie von Plastiken sind mit dem speziellen Craquelé verfeinert. „Ich habe verstärkt Tusche in die gerissene Glasur gegeben, so dass ein besonderer Effekt entstand.“ „Flüchtiger Gedanke“ meint hier, dass sich Köpfe erkennen lassen oder auch mal ganz abstrakt sind. Das aus der Bildhauerei bekannte Motiv „Die Liegende“ hat er als Collage in die Malerei übertragen und durch Farbe überlagert. Sohn Jannis gefallen die Werke des Vaters.