Wachtendonk: Ersatz für "Old School" soll es 2018 geben

Wachtendonk: Ersatz für "Old School" soll es 2018 geben

Wachtendonks Rat dringt auf neuen Raum für die Jugend und wendet sich gegen den Vorschlag der Verwaltung, die Lösung zu verschieben. An der Sekundarschule soll ein Container errichtet werden. Thema für die Haushaltsberatung.

Der Verdruss zog sich durch alle Fraktionen. "Ich habe keine Lust, das Thema schon wieder zu verschieben", sagte Georg Camp (CDU). "Wir sind es leid, noch länger zu diskutieren", bekräftigte Ludwig Ramacher (Bündnis 90/Grüne) "Schnell machen", forderte Hans-Joachim Ebel (SPD). Der Wachtendonker Rat dringt darauf, so bald wie möglich einen neuen Raum für Wachtendonks Jugend zu schaffen.

Das ehemalige Jugendheim "Old School" an der Wankumer Straße wurde ab Mitte 2015 vorübergehend als Flüchtlings-Unterkunft genutzt. Im Dezember 2016 fand dort die letzte Jugend-Aktion statt, bevor das Haus abgerissen wurde und einem Kindergarten Platz machte. Die jungen Wachtendonker stehen ohne eigenes Zentrum da. Sie sollten, zumindest für eine Übergangszeit, in einem Container an der Sekundarschule ein neues Domizil finden. Ein Vorhaben, das die Verwaltung wegen der ermittelten Gesamtkosten jetzt beerdigen wollte.

110.000 Euro plus Betriebskosten hatte der Gemeinderat im März 2017 für die Anschaffung des Containers in den Haushalt gestellt. Wie die Ausschreibung durch die Gesellschaft für Kommunallogistik (KomLog) ergab, würde sich der Finanzbedarf für das Gebäude mit einer Nutzfläche von 69 Quadratmetern inklusive aller Gewerke und Nebenkosten nahezu verdoppeln. Ausschreibung aufheben und das Thema auf die Haushaltsberatungen für 2018 verschieben, schlug die Verwaltung deshalb vor.

Der Rat erteilte bei einer Enthaltung jedoch einen anderen Auftrag. Die KomLog soll die Verhandlungen weiterführen, das Geld für den Jugendraum soll mit den anstehenden Haushaltsberatungen zur Verfügung gestellt werden.

  • Geld in die Hand nehmen

Kritik wurde an den Kostenberechnungen laut. So bezweifelte Camp, ob denn für das Bauwerk auf festem, ebenem Asphalt eine teure Gründung notwendig sei. CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Oomen wies darauf hin, dass "wir uns seit drei Jahren im Kreis drehen" und jetzt schon Kosten entstanden seien. Matthias Küppers (WWG) forderte, das Leistungsverzeichnis unter die Lupe zu nehmen und so eventuell Kosten zu sparen. Marlies Brückner (CDU) fasste den Standpunkt des Rates allgemein zusammen: "Es ist deutlich, dass die Lage in der Nähe der Freizeitanlage von allen Beteiligten als vorteilhaft empfunden wird. Wir müssen endlich vorankommen."

Verwunderung herrschte bei den Politikern über die Nutzfläche von 68 Quadratmetern. Oomen monierte: "Es war doch immer von 80 Quadratmetern die Rede, und das heißt für mich: 80 Quadratmeter Raum." Kämmerer Uwe Marksteiner entgegnete, die 80 Quadratmeter bezögen sich auf die Grundfläche, die Innenfläche betrage 68 Quadratmeter. Er sprach sich letztlich dafür aus, "an diesem Standort etwas Vernünftiges für die Jugendarbeit zu finden".

Die Hoffnung von Bruno Jöbkes (Bündnis 90/Grüne), ob sich nicht das ehemalige Schlecker-Gebäude mieten ließe, erstickte Bürgermeister Hans-Josef Aengenendt im Keim: "Dieses Gebäude wurde einem anderen Interessenten angeboten."

(RP)