Geldern: Erneut Hochsitze in Pont umgeworfen

Geldern: Erneut Hochsitze in Pont umgeworfen

An der Steinstraße ist derzeit kein glückliches Jagd-Revier: Nachdem bereits Mitte November zwei Gelderner gewütet hatten, schlugen dort nun unbekannte Vandalen zu. Der Rechtsanwalt des Pächters nennt das Vorgehen "militant".

Jetzt sind es schon zwei Fälle, die ein Mitarbeiter der Kripo derzeit aus dem Revier in Pont-Loerheide zu bearbeiten hat. Nachdem bereits Mitte November zwei Tatverdächtige aus Geldern beim Demolieren von Hochsitzen in dem Revier an der Steinstraße auffällig geworden waren, fehlt bei der erneuten und fast identischen Tat nun von möglichen Tätern jede Spur. "Es ist richtig: In diesem Revier sind erneut zwei Hochsitze umgezogen und ein weiterer angesägt worden", erklärt der zuständige Jagdaufseher auf RP-Anfrage. Er hatte einen ganzen Tag Arbeit investiert, um den beim letzten Mal angesägten Holzturm wieder flott zu machen. Dieses Mal nun sah er ihn samt Kanzel komplett kaputt am Boden liegen, als er am Wochenende von einem befreundeten Jagdpächter auf die Sachbeschädigung, wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt, aufmerksam gemacht wurde.

Polizeisprecherin Manuela Schmickler bestätigt die erneute Tat. Ob Zusammenhänge zwischen den beiden Attacken bestehen, kann sie nicht bestätigen. Was der Rechtsanwalt des Verpächters möglicherweise etwas anders sieht. Unter dem Titel "Militante Jagdgegner schlagen erneut zu!" verschickte er gestern eine Pressemitteilung, in der er seine Sicht der Dinge schildert. "Ob ein Zusammenhang mit den Taten von Mitte November oder der lokalen und auch überörtlichen Berichterstattung hierüber besteht, kann derzeit seriöserweise nicht bestätigt werden; auch diesbezüglich laufen die Ermittlungen", heißt es da.

Und weiter: "Die neuerlichen Taten zeigen ganz deutlich, dass der oder die Täter sich außerhalb der Rechtsordnung bewegen und gewillt sind, ihre ganz offensichtlich ideologischen Ziele auch mit Gewalt durchzusetzen." Wer sich einmal beispielsweise die Online-Präsentationen der diversen selbst ernannten "Tierrechtsorganisationen" anschauen würde, der sähe sich mit den abstrusesten Behauptungen und teils offenen Aufrufen zur Aushebelung der Rechtsordnung konfrontiert, schreibt der Jurist. "Eine an sachlichen und fachlichen Argumenten ausgerichtete Diskussion ist auf dieser Grundlage schlichtweg unmöglich. Diese Organisationen disqualifizieren sich selbst", heißt es abschließend.

In diesem Zusammenhang hat die Redaktion die Mail eines Xanteners erreicht, der als Vertreter des Vereins "Die Tierbefreier" zeichnet. Darin heißt es, dass die Verdächtigen von Mitte November, ein junger Mann und eine junge Frau aus Geldern, sich an diesen Verein gewandt hätten, der auch als "Tierrechts- und Rechtshilfeorganisation der Tierbefreier e.V." firmiert. Der Mann erklärt, dass die beiden Verdächtigen gegenüber der Polizei nicht den Tierschutz als Motiv genannt hätten. Eine Polizeisprecherin hatte dies sehr wohl behauptet.

Für den Jagdaufseher beginnt nun wieder der Neuaufbau der Kanzeln. Mehrere Tausend Euro Schaden seien entstanden. Der Mann glaubt, dass mehrere Täter am Werk gewesen sein müssen. Denn die Hochsitze seinen stabil und fielen nicht beim ersten Windstoß um.

(RP)