Einweihung von Party-Waggon in Oermten

Auf dem Mehrgenerationenplatz : Großes Kino für Oermtens „Schluffi“

Die allererste Feier für den alten Eisenbahnwaggon war die eigene Einweihung. Auf dem Mehrgenerationenplatz kamen die Gäste zusammen, um das Werk zu bestaunen. Demnächst kann der Wagen für Feste genutzt werden.

Auf dem Mehrgenerationenplatz am Letmannsdyck hatten sich viele Menschen in Festtagsstimmung versammelt. Das hatte einen guten Grund. „Oermten ist um eine Attraktion reicher“, erklärte Issums Bürgermeister Clemens Brüx bei der Einweihungsfeier des alten und frisch restaurierten Eisenbahnwaggons in Oermten am Wochenende. Nach knapp über einem Jahr voller Arbeiten ist, dank des Engagements der Männer der St.-Sebastianus-Bruderschaft Oermten-Großholthuysen, aus einem „mit Graffiti übersprühten Haufen Schrott ein echter Hingucker geworden“, fasste es ein Repräsentant der Bruderschaft zusammen. Der Wagen wurde kernsaniert. Am Sonntag konnte das Ergebnis bestaunt werden.

Viele fanden sich am Sonntag zum Einweihungsgottesdienst ein. Auf dem Mehrgenerationenplatz stand der prächtig mit Blumen geschmückte Waggon und zog die Blicke auf sich. Das Weinrot strahlte frisch in der Sonne. Der Wagen, liebevoll auch „Schluffi“ oder „Stammtisch-Express“ genannt, ist für den katholischen Pfarrer Stefan Keller von St. Anna Issum-Sevelen ein „Ort der Begegnung und des Miteinanders“ sowie ein „wichtiges Stück Heimat“. Nach einer kurzen Prozession durch das Stück Lokalgeschichte und dem Fahnenschwenken der Bruderschaft begann die fast ganztägige Feier.

Von morgens bis abends waren die Oermter darauf eingestellt, ihre Gäste zu verwöhnen. Zunächst stand ihnen ein reichhaltiges Frühstücksbuffet zur Verfügung, später wurden die zahlreichen Besucher mit Kaffee, Kuchen sowie Gegrilltem versorgt. Die Feier bot auch Musikfreunden einiges. Vormittags spielte das Trommlerkorps aus Sevelen, und nachmittags stand der knapp 30-köpfige Frauenchor „Sound&Soul“ aus Rheurdt auf dem Programm.

In Zukunft sollen der mit Original-Holzbänken ausgestattete, der ehemaligen dritten Klasse nachempfundene Waggon sowie sein umliegendes Gelände Gruppen von 30 bis 35 Leuten zum Feiern zur Verfügung stehen. Im Inneren des Waggons gibt es eine Küche und eine Toilette.

Der Platz mit seiner Nähe zur Natur, der Boulebahn und der großen Freifläche lädt zur Geselligkeit ein. Mit dem Waggon ist Oermten um eine regensichere Feierstätte reicher.

Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement haben die Männer vom Stammtisch der St.-Sebastianus-Bruderschaft den Ort Oermten weiter voran gebracht, dies „könne man ihnen nicht hoch genug anrechnen“, brachte es Bürgermeister Brüx auf den Punkt.

Pfarrer Stefan Keller nimmt die Einsegnung des Eisenbahnwaggons vor. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Mit seinen 18 Tonnen ist „Schluffi“ vielleicht nicht gerade der grazilste Zuwachs in der Gemeinde, aber sicher einer, der mit sehr viel Herzblut in die Dorfmitte aufgenommen wurde. Wer mehr über den ehemaligen Bahnhof Oermten, an dem der Waggon BI 29 nun dauerhaft Station macht, wissen möchte, der kann bei der nächsten Fahrradtour mal einen Schlenker machen und nach Oermten radeln. Auf einer Stellwand ist einiges über die spannende Eisenbahnzeit Oermtens nachzulesen.

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