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Geldern: Eine klanggewaltige "Völkerschlacht"

Geldern : Eine klanggewaltige "Völkerschlacht"

Rund 70 Musiker des Bundesschützenmusikzugs Hassum und des Musikvereins Pont machen das Konzert in der Aula der Gaesdonck zu einem Erlebnis. Das Publikum ist begeistert.

Eine musikalische Reise durch die deutsche Geschichte unter dem Motto "Die Völkerschlacht bei Leipzig" erlebten die Zuhörer in der Aula des Collegium Augustinianum Gaesdonck. Rund 70 Musiker des Bundesschützenmusikzugs Hassum und des Musikvereins Pont präsentierten unter der Leitung von Musikdirektor Sebastian Sürgers Lieder und Märsche aus den Befreiungskriegen, die "Völkerschlacht bei Leipzig" von Siegmund Goldhammer sowie das Finale der "Ouvertüre 1812" von Tschaikowsky.

Christoph Pitz aus Goch führte informativ durch das Programm und sorgte für die geschichtlichen Zusammenhänge. Opernsänger und Gesangspädagoge Werner Compes aus Düsseldorf unterstützte das Ensemble mit seiner Tenorstimme bei den Liedern und Hymnen.

Mit dem Jägermarsch "Waidmannsheil" von August Reckling, der in seinem Werk gleich mehrere Texte ("Ich schieß den Hirsch", "Im Wald und auf der Heide", "Lützows wilde Jagd") verarbeitet hat, eröffnete die Bläserphilharmonie das Konzert. Bereits mit den ersten Tönen überwältigte das Orchester durch Klanggewalt, große Transparenz und eindrucksvolle Perfektion in technischer Hinsicht.

Das "Opferlied", das Ludwig van Beethoven sein ganzes Leben lang beschäftigte und dessen letzte Textzeile "Das Schöne zu dem Guten" er sich zur Weltanschauung und zum Lebensmotto gemacht hatte, trug Compes stimmungsvoll mit starker Intensität vor. Auch im "Deutschen Weihelied", am Niederrhein bekannt als Martinslied, und dem "Weihelied der schwarzen Jäger", beide von Siegmund Goldhammer, überzeugte der Sänger mit starkem Stilbewusstsein, obgleich die Aussteuerung seines Mikrofons sehr zu wünschen übrig ließ. Mit dem "Marsch aus St. Petersburg vom Leib-Garde-Preobraschensky-Regiment" schloss das Orchester prächtig mit tönenden Registern den ersten Teil.

"Die Völkerschlacht bei Leipzig", eine rund 20-minütige viersätzige Dokumentation der Komponisten Carl Maria von Weber, Siegmund Goldhammer und Otto Wagner für großes symphonisches Blasorchester, faszinierte mit leisen Tönen ebenso wie mit wuchtigen Klängen. Noch relativ sanft setzten die Bläser mit dem ersten Satz "Die Völkerschlacht bei Leipzig" ein, das unisono von Blech und Holz präsentiert wurde, um sich kurz darauf dynamisch gesteigert und mit deutlich mehr Schwung zu präsentieren.

Das Klangspektrum variierte von romantisch-zart über weich bis militärisch-prägnant in den Sätzen "Die Tage im Oktober","Vor den Toren" und "Die Siegesfeier, das Denkmal, Hymnus". Sürgers bot eine hervorragend phrasierte, dynamisch außerordentlich differenzierte und prätentiöse Umsetzung.

Nach weiteren illustren Märschen und Hymnen vereinten sich im Finale Fanfarenrufe und donnernde Kanonenschläge zu einem musikalischen Meisterstück, der "Ouverture solennelle 1812" von Pjotr Iljitsch Tschaikowskis.

Es gab vom Publikum langanhaltenden Applaus für ein monumentales Konzert mit fantastischen Musikern.

(usp)