Geldern: Ein Schultag zum Kennenlernen

Geldern : Ein Schultag zum Kennenlernen

Was sind die Wünsche und Hoffnungen der Eltern, was die Gesamtschule angeht? Beim Kennenlerntag verrieten viele Familien, was sie sich von der neuen Schule erhoffen. Zudem wurde auch direkt ein Förderverein gegründet.

Das viele Wochen lange Sorgen um die Aufnahme in die Gesamtschule der Stadt Geldern ist nun vorbei. Deshalb fand am Dienstagnachmittag ein großer Kennenlerntag statt, damit die Schülerinnen und Schüler sich schon einmal etwas auf ihr kommendes Schuljahr vorbereiten konnten. "Wichtig ist, dass die Kinder hier schon einmal auf einige ihrer Lehrer treffen und sich, wie es der Tag bereits sagt, einfach kennenlernen", sagte Tanja Rathmer-Naundorf, die Leiterin des Planungsteams für die Gesamtschule.

Rebecca Clouston und Frank Hylewicz mit ihren Töchtern Louisa (7) und Aimee (10). Foto: Christoph Kellerbach

Auch die Eltern gewöhnten sich dabei an die Örtlichkeit, doch vielen saß der Schreck der langen Zeit der Unsicherheit noch in den Knochen: "Überall werden Schulen zugemacht und so waren wir ziemlich am Bangen, bis wir die Entwarnung bekommen haben", so Vater Manfred Kanapin aus Pont. Was er sich wünscht? "Ich hoffe, dass hier an der Schule die Dinge nicht einfach durchgedrückt werden wie früher, sondern dass man auch auf die einzelnen Schüler eingeht. Bislang hab ich ein gutes Gefühl bei der Sache."

Vater Markus Hergesell aus Veert hat vor allem einen großen Wunsch, "nämlich den, dass die Kinder hier einen eigenen Klassenraum bekommen und nicht immer hin und her wechseln müssen. Das gibt einfach Sicherheit, gerade wenn alles andere neu ist." Seine Frau Verena meinte, mit einem Blick auf die vielen gut gelaunten Familien am Dienstagnachmittag, "dass die Kinder auch beim eigentlichen Schulstart so euphorisch bleiben und ihnen der Spaß erhalten bleibt".

Um für einen sanften Einstieg zu sorgen, trafen nämlich die Schülerinnen und Schüler bereits auf ihre späteren Klassenlehrer, soweit diese schon vor Ort waren. Richtig begeistert war Timo Küppers (10), nachdem er Lehrer Georg Lorenz kennenlernte: "Das war richtig toll. Wir haben geredet und Spiele gemacht. Der Herr Lorenz war sehr nett." Die zukünftigen Klassenmitglieder warfen sich gegenseitig ein Wollgarn zu. "So haben wir ein Netz gespannt und wieder zusammengerollt. Dabei haben alle schon einmal die Namen der anderen kennengelernt. Das Ganze soll direkt ein Wir-Gefühl schaffen", erklärte Lorenz. "Der Tag ist dabei auch wichtig für die Eltern, die nun ein Gespür für die Schule kriegen können."

"Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei der Gesamtschule", verriet Verena Küppers aus Sevelen. "Timo hat sich so über den Bestätigungsbrief gefreut und ist nun mit vielen seiner Freunde zusammen in einer Klasse. Die Lehrer hier sind auch sehr engagiert und freundlich."

Mutter Rebecca Clouston aus England hat sich für die Gesamtschule entschieden, "da wir neu in Geldern sind. Ich wünsche mir, dass die Integration gut funktioniert, und finde es interessant, dass die Dinge hier etwas anderes angegangen werden, zum Beispiel mit der Ergotherapie, die es gibt." Ihr Mann Frank Hylewicz lobte, "dass die Kommunikation dafür, dass noch gar nichts wirklich da ist, sehr gut funktioniert. Auf jede Anfrage wurde schnell reagiert. Bei sowas merkt man, dass man sich für die richtige Schule entschieden hat."

Vor Ort präsentierten sich den Tag über die Mensa, die Lern- und Ergotherapie. Dabei war ebenfalls das Sozialamt, das erklärte, wie bei möglichen finanziellen Problemen der Familien in schulischen Dingen geholfen werden kann. Am Dienstagabend wurde zudem der Förderverein für die Gesamtschule gegründet. Tanja Rathmer-Naundorf betonte: "Uns ist es wichtig, dass wir viele Eltern mit ins Boot holen, denn hier soll zusammen eine richtige tolle Schule entstehen."

(cnk)
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