E-Dry-Gelände in Geldern: Debatte übers Wohnen neben der Disco

E-Dry-Gelände in Geldern : Debatte übers Wohnen neben der Disco

Das Gelände neben der E-Dry beschäftigt den pensionierten Architekten Erwin Wilmes seit Jahren. Die Stadt jedoch sieht dort keinen Bedarf für Wohnraum und setzt auf andere Bauprojekte.

Es ist das leerstehende Gelände neben der Disco E-Dry, die Erwin Wilmes seit Jahren beschäftigt. Vor mehr als zwei Jahren hatte der pensionierte Architekt ein Konzept für eine Siedlung rund um das Gelände Discothek im Bereich des früheren Hofes Plattlus vorgestellt. Die Eckpunkte: Dreistöckige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt bis zu 300 barrierefreien Wohnungen – bezahlbarer Wohnraum für Senioren und Menschen mit Behinderung. Schließlich ist Geldern die Stadt im Kreis Kleve mit dem größten Anstieg an Bürgern, die 60 Jahre oder älter sind. Geplant hat Wilmes zudem eine Siedlung mit Ein- und Zweifamilienhäusern, einen Kindergarten, ein Schnellrestaurant und eine Veranstaltungsstätte im E-Dry-Gebäude – in dem heute jedes Wochenende gefeiert wird.

Der Stadtverwaltung wirft Wilmes vor, die Pläne zu verhindern. Die Stadt müsse dafür sorgen, dass sein Konzept auf den Weg gebracht würde, fordert der Pensionär. Er argumentiert auch mit der Verkehrssituation. An der Kreuzung von Klever Straße/Harttor und Venloer/Kapellener Straße gibt es regelmäßig Stau. Zu seinen Plänen gehört deshalb ein Kreisverkehr, der den Verkehr besser abführen soll.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist eine Wohnbebauung auf dem Gelände undenkbar. „Definitiv nicht an der Stelle“, sagt Gelderns Wirtschaftsförderer Tim van Hees-Clanzett. Vorstellbar sei an der verkehrsreichen Kreuzung nur Gewerbe. „Zudem sehen wir derzeit keinen Bedarf.“ Mit dem Eigentümer des E-Dry-Areals habe es in der Vergangenheit zwar Gespräche darüber gegeben, ob er die Fläche nicht an die Stadt verkaufen wolle. Aber bisher seien diese ergebnislos verlaufen. Es sei noch nicht mal dazu gekommen, dass konkrete Preisvorstellungen diskutiert wurden. Stattdessen sei die Stadt an vielen anderen Stellen aktiv, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, heißt es.

So soll auf dem ehemaligen Gelände von Haus Dorenkamp am Mühlenweg ein neues Wohnquartier entstehen. Geplant sind sechs Häuser mit Mietwohnungen, auch sozialer Wohnungsbau. Die Wohnung variieren zwischen ein bis drei Zimmern, von 45 bis 85 Quadratmeter Größe.

Auch für ein Gelände an der Pariser Bahn im Barbaragebiet gibt es ein Konzept für Wohnbebauung. Auch dort kämen öffentlich geförderte Mehrfamilienhäuser infrage. Auf dem anvisierten Gelände befinden sich derzeit ein Kinderspielplatz und eine Hundewiese. Die CDU jedoch sieht eine Bebauung an dieser Stelle als kritisch und spricht sich gegen das Konzept aus.

Die Bagger rollen auch an der alten Polizeiwache an der Ecke Weseler Straße und Stauffenbergstraße. Auf dem brachliegenden Gelände entsteht ein Gebäude mit 30 Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Die Mieten und Kaufpreise der Wohnungen werden allerdings im hochpreisigen Segment liegen. Die Räume bekommen eine gehobene Ausstattung mit Parkett und Fußbodenheizung, Lüftung und Aufzug.

Ähnlich ist die Situation an der alten Hutfabrik an der Friedrich-Spee-Straße. Das sogenannte Efeu-Haus soll von der Gelderner Wohnungsgenossenschaft GWS zum Wohnhaus umgebaut werden. Voraussichtlich sollen in dem Backsteinbau sechs oder sieben kleine Wohnungen entstehen. Die Sanierung des Hauses ist aber so teuer, dass dort kein günstiger Wohnraum entstehen kann.

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