Geldern: Drei Mal Tag der offenen Töpferei

Geldern: Drei Mal Tag der offenen Töpferei

Auch in Kerken, Straelen und Kevelaer wird an das alte Handwerk erinnert. Besucher können am Wochenende, 10. und 11. März, den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und auch selber kreativ werden.

Töpferei. Wer dabei nur an unförmige Aschenbecher oder den Film "Ghost" denkt, der wird am 10. und 11. März eines Besseren belehrt. Dann findet der bundesweite Tag der offenen Töpferei statt.

Guido Zenke spricht von einem "Kulturgut" und einem "Riesenthema". Er muss es wissen, denn er ist am Märzwochenende mit dabei. Es gehe darum, präsent zu sein in der Region, und nicht etwa nur, wenn gerade ein Töpfermarkt stattfindet. Den gibt es zum Beispiel seit einigen Jahren immer am 3. Oktober in Sevelen. Aber die Töpfer sind das ganze Jahr über aktiv. Das wollen sie zeigen, und vor allem eines: nicht in Vergessenheit geraten. "Wer kommt denn nach uns?", stellt sich Zenke die Frage. Seit ungefähr 25 Jahren ist er in Aldekerk heimisch. Töpferei, das gibt er zu, "ist sehr speziell, ein Nischenbereich". Aber was ihn fasziniert, das liegt für ihn auf der Hand. "Das Kreative, das Komplexe", sagt der 62-Jährige. "Die Keramik bietet eine kreative Arbeit, für die man nicht am Bildschirm sitzen muss." Und seine Gartenkeramik zeigt, dass Töpferei alles andere als eintönig ist. Beim Tag der offenen Töpferei dreht sich bei dem Aldekerker alles um den Stelenbau. Auch die Besucher dürfen dann nach Herzenslust experimentieren und Türme für den Garten bauen.

Kein Unbekannter beim Tag der offenen Töpferei ist auch Peter Taubert. Er hat schon in den vergangen Jahren mitgemacht. Mit Keramik beschäftigt er sich schon sein Leben lang, seit dem Studium zum Keramikdesigner. Er lebt und arbeitet in Westerbroek. Wer meint, da gibt es das Gleiche zu sehen wie beim Kollegen in Aldekerk, der irrt gewaltig. Denn Taubert wird seine baukeramische Technik zeigen. "Ich drehe nicht an der Scheibe, ich baue mit Platten", erklärt er. So entstehen Pflanzgefäße, Skulpturen und Lichtobjekte. Er findet den Termin im März optimal, um nach der Winterpause wieder voll durchzustarten und den Leuten Lust auf Keramik zu machen und bevor wieder die Saison in der warmen Jahreszeit mit Märkten und anderen Veranstaltungen startet. Er erinnert sich noch gut an den Hype in den 1970er Jahren, als er mit seiner Passion anfing. "Das war in unserer Familie einfach präsent, mein Vater hat als Bildhauer auch keramisch gearbeitet", sagt Taubert.

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Zum letzten Mal ist am 10. und 11. März Susanne Stenmans mit ihrem Atelier für künstlerische Keramik in Kevelaer dabei. Sechs Drehscheiben stehen bei ihr für Kinder und Erwachsene bereit, die gerne am Tag der Töpferei ausprobiert werden dürfen und nach der Veranstaltung auch erworben werden können. "Besonders für Kinder ist es wichtig, zu sehen, wie in früheren Zeiten Geschirr und vieles andere mehr hergestellt wurde", lenkt die Künstlerin den Blick auf das Wesentliche der Handarbeit.

Stenmans schließt ihre Werkstatt für die Produktion. Sie wird weiterhin aber noch künstlerisch arbeiten. Beim Tag der offenen Töpferei können noch einmal ganz viele Fragen gestellt werden, die Ausstellungsstücke bewundert und vor allem durch den schön gestalteten Garten mit den vielen Keramikkunstwerken spaziert werden.

"Jeder Töpfer hat seinen eigenen Stil", sagt Stenmans. Deswegen lohnt sich ein Ausflug zu allen drei. Was sie eint, ist das Material und die Liebe zu einem sehr alten Handwerk. Wie sie damit arbeiten und was daraus entsteht, ist wiederum ganz unterschiedlich.

(RP)