Drei Firmen aus dem Kreisgebiet in Kleve gekürt

Unternehmerpreis 2018: Weitsichtige Macher geehrt

Das Wirtschaftsforum Niederrhein kürte in der Klever Stadthalle innovative Firmen aus Kranenburg, Emmerich und Issum. Freudestrahlende Chefs, mitreißende Showeinlagen und Ludger Kazmierczak als Moderator sorgten für einen launigen Abend.

Die Klever Stadthalle kochte förmlich vor Spannung, als Moderator Ludger Kazmierczak in zeitlupenartiger Gemütlichkeit den goldenen Umschlag öffnete. Zur 14. Auflage des „Unternehmerpreises Niederrhein“ hatte er drei dieser Art bei sich und sorgte mehrmals für ekstatisches Feiern in den dicht gefüllten Sitzreihen. Die Umschläge nämlich verrieten erst, welche Firmen die Jury um Helmut Tönnissen überzeugt hatten. Das Stelldichein der lokalen Wirtschaft war zu einem kurzweiligen Abend in der „ewig jungen Multifunktionshalle“, wie Kazmierczak pries, zusammengekommen. Sebastian Gilleßen, Vorsitzender des Wirtschaftsforums, leitete zu einem Festakt ein, bei dem vorrangig die „Next Generation“, also die junge Generation in den Chefsesseln der „Hidden Champions“ geehrt werden sollten.

Jene Unternehmergrößen tauschten Erfahrungen, Weisheiten und Tipps aus. Damit diese auch nachhaltig im Gedächtnis bleiben, schwang sich Boris Nikolai Konrad auf die Bühne, um die Weiten und Grenzen des Gehirns humorig aufzuzeigen. „Ein gutes Gedächtnis ist erlernbar. Dafür müssen wir in Bildern denken“, sagte Konrad, Neurowissenschaftler der Radboud-Universität in Nimwegen und mehrfacher Weltmeister im Gedächtnissport. Wie gut er sein Fach beherrscht, zeigte das „Super-Hirn“ dem Klever Publikum anhand von Spielkarten, die zufällig gemischt worden waren und die sich Konrad schnellstmöglich merken musste. „Was meint ihr, wie lange brauche ich, um mir die Reihenfolge der Karten zu merken?“, fragte er seine Zuschauer. „Drei Tage“, hallte es ihm scherzhaft entgegen. Seine Leistung aber beeindruckte im Anschluss restlos: das Set prägte er sich innerhalb von 1:25 Minuten ein und gab zu Protokoll: „Ich kann es noch schneller.“

Nachdem auch die „Allround-Kids“ mit ihrer Show-Clip-Tanzeinlage für lebhaft-rhythmisches Treiben auf der Bühne gesorgt hatten, schlug die Stunde der Erfolgsunternehmer. Zum Auftakt erhielt die Firma „Voortmann“ aus Issum den Unternehmerpreis. Voortmann entwickelte sich zum Spezialisten für Steuerungs-, Druckluft-, Sprüh- und Verladesysteme und beschäftigt 120 Mitarbeiter. „Es gibt konservative Politiker, aber es gibt keine konservativen Unternehmer. Der ist progressiv oder gar nicht“, sagte Laudator Christoph Wessels mit Blick auf die Preisträger Heinz Friedrich „Freddy“ Voortmann sowie Gerd und Christian Loy.

Zu einer gelungenen Veranstaltung wurde der Abend in der voll besetzten Klever Stadthalle auch durch die Showeinlagen des Duos „Flash“. Die Künstler sorgten für Wirbel auf der Bühne. Foto: Markus van Offern (mvo)
  • Gala-Abend : Unternehmerpreis: Die nächste Generation

Auch das Unternehmen „MultiCross“ erhielt die von Günther Zins angefertigte Trophäe, die Kazmierczak den „Henkelmann“ taufte. Das erst acht Jahre alte Geschäft der Emmericher Peter Kraus und Frank Reimann beschäftigt sich mit der Herstellung hocheffizienter Wärmerückgewinnungsanlagen. Mit ihren Maschinen treiben sie die Energiewende voran, und das, wie Bürgermeister Peter Hinze klarmachte: „Alles Made in Emmerich am Rhein.“ Zur Melodie von „Wind of Change“ nahmen Kraus und Reimann die Ehrung entgegen. und erklärten ihr Geschäft: Heute sorgen sie  international  für  gutes Klima am Arbeitsplatz.

Den dritten Preis nahmen zwei Unternehmerfamilien in Empfang, die in der Kranenburger Niederung wirtschaften. Der Speetenhof wurde für sein Engagement geehrt. 70 Kühe, 26 Mitarbeiter, zwei Familien und Generationen – das sind die Kennzahlen eines leuchtenden Beispiels für zukunftsweisende Milchwirtschaft. Ackerbau, Milchviehhaltung und Molkerei gehen in Mehr Hand in Hand; von Frischmilch über Joghurt bis hin zum holländischen Vla reicht die Produktpalette des Betriebs der Familien van de Sand und Derksen. Sichtlich gerührt war Rita Derksen: „Im Betrieb bin ich das Öl im Getriebe“, erklärte sie ihre Rolle.

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