Straelen: "Drei Federn" bezaubert das Publikum

Straelen: "Drei Federn" bezaubert das Publikum

Der Kulturring zeigt das Grimm-Märchen. Eine schöne Kulisse und eine spannende Handlung mit guten und bösen Feen und lustigen Kobolden reißen das Publikum in der Bofrost-Halle mit. Am Ende gibt es Rufe der Begeisterung.

Eine wunderschöne Bühnenkulisse an drei Spielorten, ein Schloss, das an "Bellevue" erinnert, eine Königsfamilie, böse und gute Feen sowie lustige Kobolde sind die Pfeiler des 33. Weihnachtsmärchens, das der Kulturring Straelen in der Bofrost-Halle aufführt. Etwa 8000 Kinder und Erwachsene insgesamt werden die Geschichte der Gebrüder Grimm von den "Drei Federn" nach allen Aufführungen gesehen und erlebt haben - inklusive dem von der zehnjährigen Janis Mysor gesungenen Titelsong.

Denn "erleben" ist die Devise bei den Märchenaufführungen. Die Kinder werden wie immer aktiv beteiligt. Aber bevor überhaupt der erste Darsteller die Bühne betritt, stimmt Norbert Kamphuis erst mal die Begrüßungsmelodie an. Ohne den "Gorilla mit der Sonnenbrille" geht in der Halle gar nichts. Und die Kinder sind von der ersten Minute an lautstark und begeistert dabei.

Begeistern können auch die Schauspieler unter der Leitung von Anita Mysor. Ihnen gebührt höchster Respekt für ihre Leistung. Die Texte sind lang und werden sehr theatralisch vorgetragen. Besonders Christian Kempkens in seiner Rolle als König Selmond brilliert. Mit seinem nasalen Tonfall im Brokatkostüm stellt er den Herrscher par excellence dar. Tobias Velmans spielt den gutmütig-naiv-dummen Prinzen Godehard sehr überzeugend und lebensecht.

Das Gegenteil wird von Kiki Badorrek als Zauberin und Beraterin des Königs, Adoria, verkörpert. Die Boshaftigkeit entspringt nicht nur dem Wesen, sondern überträgt sich durch ihre Stimme. Unterstützt wird sie bei ihren Intrigen durch den Hofmarschall des Königs, Johnny Murkovic. Aber was wäre ein Märchen ohne die "guten Geister", die kleinen Kobolde und Feen, die der Gerechtigkeit Genüge tun und alles wieder in die richtigen Wege leiten? Auf jeden Fall wäre es kein Märchen der Gebrüder Grimm.

Drei Federn spielen eine tragende Rolle in diesem nicht so bekannten Werk. Hinter jeder der bunten Federn verbirgt sich eine Aufgabe für Prinz Godehard. Der naiv-dumme Thronfolger soll das Königreich erben. So wollen es jedenfalls sein Vater und seine Mutter, Königin Hortensia, gespielt durch Nadine Kempkens. Die böse Beraterin des Königs, Zauberin Adoria, will das mit Hilfe von Hofmarschall Siegbrecht verhindern. Sie wollen selbst die Macht an sich reißen. Und weil sie wissen, wie dumm der Prinz ist, soll Godehard drei Aufgaben lösen.

Und die Betonung liegt bei "soll". Wären da nicht die lustigen und gutmütigen kleinen Kobolde sowie die verzauberte Kröte Euphelia (Maren Heines), er würde es nicht schaffen. Aber mit Hilfe seiner kleinen und großen Unterstützer gelingt es ihm dann doch noch. Zum guten Schluss wird aus der fiesen Kröte ein schönes Mädchen, die verschwundenen Geschwister des Prinzen kommen zurück, und alles wird gut. Sie können zusammen Weihnachten feiern.

Die böse Zauberin und ihr Hofmarschall werden in die Küche oder in den Pferdestall verbannt. Alle sind zufrieden. Und als krönender Abschluss fallen goldene Sterne vom Himmel, und ein Feuerwerk wird entzündet. Begeisterungs- und Überraschungsrufe hört man im begeisterten und verzauberten Publikum.

(lin)