Geldern: Don-Bosco-Kinder auf Piratenfahrt

Geldern: Don-Bosco-Kinder auf Piratenfahrt

In stürmische See stachen rund 30 Unterstufenschüler der Don-Bosco-Schule. Als Crewmitglieder von drei Piratengruppen, viele von ihnen klassisch ausstaffiert mit schwarzer Augenklappe, ruderten sie gegen meterhohe Wellen, setzten bei steifer Brise die Segel und rutschten über harte Planken auf dicke blaue Matten, die als Wasser galten.

Die Suche, auf die sich die kleinen Piraten gemacht hatten, galt der bedeutenden und sagenumwobenen Schatzkarte des wohl berühmtesten Seemannes der sieben Weltmeere, Captain Hoss.

Auf ihrer Route waren die Schüler nicht alleine. Angehende Heilerziehungspfleger der Liebfrauenschule, die als Piraten verkleidet waren, hatten dabei das Kommando. Sie hatten im Rahmen einer so genannten "Selbstlernphase" den Bewegungstag für die Acht- bis Elfjährigen geplant, der nach 2017 der zweite dieser Art ist, wie Fachlehrer Niklas Roeling berichtet.

"Wir hatten uns recht schnell gegen Ritter und für Piraten als Motto für den Tag entschieden", erzählt Niklas Hümbs, einer der Studierenden. "Das Thema interessiert die Kinder, eine fantasievolle Geschichte, spannende Spiele und passende Übungen lassen sich dazu ohne große Probleme erfinden, und zum Abschluss können wir sogar noch den Piratentanz machen."

Diese Planung und Durchführung des Tages stellte für die angehenden Heilerziehungspfleger eine ideale Verknüpfung von Theorie und Praxis dar, ist die Psychomotorik doch eines ihrer Unterrichtsthemen. Zur Vorbereitung hospitierten sie zuvor für einen Tag in der Don-Bosco-Schule, um die Schülergruppe kennenzulernen und gezielte Bewegungsübungen zu planen. Anne Becker: "Wir konnten feststellen, wie unterschiedlich doch die Stärken der einzelnen Schüler im kognitiven und motorischen Bereich, aber auch bei der Durchführung einer Teamarbeit sind." Gerade dieses genaue Hinsehen ist für die spätere berufliche Praxis von großer Bedeutung. Schließlich würden Heilerziehungspfleger in der Regel mit beeinträchtigten und verhaltensauffälligen Menschen arbeiten, erläutert Andreas Mäteling, verantwortlicher Lehrer für den Bildungsgang.

Welche Crew aber ergatterte letzten Endes die Schatzkarte? Die Studierenden hatten natürlich ein gerechtes, für alle Piraten erfreuliches Ende geplant: eine Teamarbeit, denn jede der drei wettstreitenden Gruppen fand nur Teile der großen Karte. Die mussten beim Finale zusammengefügt werden. Die große Schatzkiste, gefüllt mit leckerem Eis, war dann unter lautem Gejohle schnell gefunden.

(RP)