DLRG: „Die Stärke liegt in lokalen Einsätzen“

Starke Helfer: „Die Stärke liegt in lokalen Einsätzen“

Das 90-jährige Bestehen der DLRG wurde gefeiert. Blick hinter die Kulissen und auf die Arbeit der Ehrenamtler.

Die Einsegnung des neuen Gerätewagens für die DLRG Geldern-Walbeck liegt gerade hinter Ihnen. Wie wird ein solcher Einsatzwagen finanziert und wie wichtig sind dabei Spenden?

Jens Ophey Die Finanzierung eines solchen Einsatzfahrzeuges kann ganz unterschiedlich sein, je nach Bundesland. Es gibt Bundesländer, in denen solche notwendigen Anschaffungen durch Landesmittel finanziert werden, weil es dafür ein entsprechendes Gesetz gibt. Das ist in Nordrhein-Westfalen nicht der Fall. Deswegen sind wir bei größeren Anschaffungen unter anderem auf Zuschüsse von der Kommune sowie auf Spenden angewiesen und greifen natürlich auch auf unsere Ersparnisse zurück.

Jens Ophey, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Geldern-Walbeck ⇥Foto: privat Foto: privat

Woher kommen die Ersparnisse?

Ophey Das sind zum einen Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge, Gelder aus Aktionen und Spenden. Selbstverständlich setzen wir als gemeinnütziger Verein sämtliche Mitgliedsbeiträge, Spenden und andere Unterstützung zur Förderung der Ausbildung und des Einsatzbereiches ein. Als Verein haben wir die Möglichkeit, am Jahresende Rücklagen zu bilden, um Geld für größere Anschaffungen zu sparen. Jetzt, wo wir eine feste Unterkunft in Geldern an der Schloßstraße haben und uns nicht mehr um eine langfristige Bleibe Sorgen machen müssen, war es der richtige Zeitpunkt, um in ein neues Einsatzfahrzeug zu investieren.

Das Fahrzeug wird auch für überregionale Einsätze benötigt. Wann kommt es zu solchen Einsätzen?

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Ophey Das ist dann der Fall, wenn ein anderes Bundesland Katastrophenschutz anfordert. So ein Fall war beispielsweise unser Einsatz in Magdeburg beim Hochwasser 2013. Da in NRW zum damaligen Zeitpunkt die Lage entspannt war, konnten wir den Kollegen dort helfen. Genauso wäre es, wenn in NRW eine Großschadenslage wäre, die Kräfte nicht ausreichen oder schon lange im Einsatz sind und Unterstützung brauchen. Dann würden auch Kräfte aus anderen Bundesländern zur Hilfe kommen. Aber so eine Anfrage kommt relativ selten vor.

Der Schwerpunkt liegt in der lokalen Hilfe?

Ophey Genau. Unser Fokus liegt im lokalen Einsatz im gesamten Kreis Kleve, schwerpunktmäßig in Geldern. Was jedoch nicht bedeutet, dass wir auf überörtliche Einsätze weniger gut vorbereitet sind. So halten wir unter anderem Feldbetten und ähnliches Material für mehrtägige Einsätze vor.

Was waren Ihre letzten Einsätze?

Ophey Zuletzt waren wir beim Einsatz am Sevelener Baggerloch dabei, als eine Person vermisst wurde. Das sind Einsätze, in denen wir kurzfristig vom Abendessenstisch, der Arbeit oder auch vom Sofa weg zum Einsatzort fahren, an dem wir gebraucht werden. Es gibt aber auch zahlreiche geplante Einsätze, an denen wir beteiligt sind, zum Beispiel zur Absicherung bei den kommenden Martinszügen in Walbeck und Hartefeld. Wir waren in diesem Jahr auch bei der Veranstaltung Mud Masters und mit zehn Leuten bei Parookaville am Weezer Airport sowie Karnevalsumzügen in Geldern und anderen Sanitätsdiensten. Regelmäßig sind wir auch beim ATV-Triathlon dabei, wenn die Schwimmer ins Wasser gehen und bei vielen anderen regionalen Veranstaltungen. Auf unserer Internetseite kann im Einsatztagebuch über unsere Einsätze nachgelesen werden.

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