Diskussion im Rat Wachtendonk über Feuerwehrgerätehäuser

Brandbekämpfung : Wachtendonk debattiert über Feuerwehr

Bei der Diskussion über die mögliche Zusammenlegung der beiden Gerätehäuser kam es während der Gemeinderatssitzung auch zu Wortgefechten zwischen Kommunalpolitikern und Feuerwehrvertretern.

So voll sind die Zuschauerplätze während einer Wachtendonker Ratssitzung selten. Viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr hatten sich am Donnerstagabend im Bürgersaal „Altes Kloster“ eingefunden. Sie verfolgten die Debatte über die geplante Zusammenlegung der Gerätehäuser Wachtendonk und Wankum an einem Standort. Ein Vorhaben, das von einem Gutachten empfohlen, von der Feuerwehr jedoch kritisch gesehen wird.

Die Skepsis der Brandbekämpfer machte Bezirksbrandmeister Klaus-Thomas Riedel deutlich, der gemeinsam mit Kreisbrandmeister Reiner Gilles und Wachtendonks Feuerwehrchef Sebastian Kretz als Gast geladen war. Von einem einmal erreichten Schutzniveau könne man nicht abweichen, betonte Riedel. Die Feuerwehr müsse so schnell wie möglich in den Einsatz und vor Ort sein. Die im Brandschutzbedarfsplan genannten acht Minuten, innerhalb derer die Einsatzkräfte am Einsatzort sein müssen, seien „anerkannte Regel der Technik“. Ein Grundsatz sei auch die „doppelte Zentralität“. Riedel: „Bei einer Zentralisierung nimmt der Weg der Feuerwehrleute zum Gerätehaus zu.“

Im Laufe der Debatte kam es zu hitzigen Wortgefechten zwischen Politikern und dem Bezirksbrandmeister. Joachim Oomen (CDU) erklärte, es gebe momentan keine Absicht, das Feuerwehrgerätehaus in Wankum zu schließen. Und bei der Verlegung des Gerätehauses in Wachtendonk streite man um eine halbe oder um eine Minute. Ludwig Ramacher (Bündnis 90/Grüne) wies darauf hin, dass die geforderten Verbesserungen für das Wachtendonker Feuerwehrgerätehaus am jetzigen Standort Kempener Straße nicht möglich seien. Also müsse ein anderer Standort her, „und dadurch verschiebt sich zwangsläufig die Fahrzeit“. Fakt sei: „Wir müssen an einem anderen Standort ein modernes Feuerwehrhaus errichten.“

Georg Camp (CDU) machte darauf aufmerksam, dass laut Fachplaner für das Wachtendonker Feuerwehrhaus künftig 5000 statt bisher 900 Quadratmeter benötigt würden. „Wo sonst außer auf dem von uns ins Auge gefassten Grundstück wäre das möglich?“ Andreas Böhm (CDU) mahnte, zum Ziel zu kommen. „Bleibt es so, wie es ist, verlieren alle.“ Matthias Küppers (WWG) wandte sich gegen den Vorwurf, man wende sich nicht der Feuerwehr zu. Oomen verwies in diesem Zusammenhang auf die mittelfristige Finanzplanung. Sie sieht 5,4 Millionen Euro Investitionen für die Feuerwehr vor.

In drei Teilen wurde schließlich über diesen Tagesordnungspunkt abgestimmt. Alle Ratsmitglieder sind dafür, die vom Gutachter empfohlene Zusammenführung beider Löschzüge an einem gemeinsamen Standort weiterhin anzustreben. In einem ersten Schritt soll zunächst der Löschzug Wachtendonk in das neue Gebäude ziehen. Erst später folgt in Abstimmung mit der Gesamtwehr der Löschzug Wankum.

Mehrheitlich abgelehnt wurden zwei Anträge der WWG. Sie wollte für eine begrenzte Zeit einen Arbeitskreis „Feuerwehr“ einrichten. Und sie plädierte für ein „Multifunktionsgebäude“, das für die Feuerwehr, für die Rettungswache, den Betriebshof und für die Vereinsnutzung da sein sollte.

Für den WWG-Fraktionsvorsitzenden Matthias Küppers erwies sich, „dass unseren Wünschen in keiner Weise entsprochen wurde“. Das zeigte sich für ihn auch in den Mehrheitsentscheidungen, den Bau einer Bürgerhalle und die Entwicklung der Gebäude Westerheckweg 2 und 4 derzeit nicht weiter zu verfolgen. Die WWG lehnte deshalb den Haushaltsplan für 2019 ab. Auch die SPD stimmte dagegen. Die Ratsmehrheit jedoch trug den Etat.

Er sieht im Ergebnisplan ein Defizit von rund 2,1 Millionen Euro vor. Erträgen von etwas über 16 Millionen Euro stehen Aufwendungen von rund 18,1 Millionen Euro gegenüber. Das Haushaltsloch wird durch die Entnahme aus der Ausgleichsrücklage gestopft.

Die Grundsteuer A für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe wird auf 308 v. H. festgesetzt, die Grundsteuer B für die Grundstücke auf 442 v. H. Der Satz für die Gewerbesteuer liegt bei 418 v. H. Die Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit belaufen sich auf fast 14,5 Millionen Euro, die Auszahlungen auf fast 16,4 Millionen Euro. Die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit liegen bei rund 1,4 Millionen Euro, die Auszahlungen bei knapp 4,4 Millionen Euro.

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