Diskussion im Gemeinderat Kerken.

Gemeinderat Kerken: Gemeinde kauft Jugendheim Aldekerk

Im Kerkener Rat ging es um den Kauf des Gebäudes an der Marktstraße. Doch diskutiert wurde vor allem um die Äußerungen der BVK zur Haushaltslage und den Kosten rund um den Ausbau der Gesamtschule.

Mit deutlicher Mehrheit hat der Kerkener Gemeinderat den Kauf des Jugendheimes in Aldekerk beschlossen. Zuvor gab es jedoch eine ungewöhnlich intensive und teilweise emotionale Debatte, in der es weniger um den eigentlichen Kaufbeschluss als vielmehr die Kritik der BVK an der grundsätzlichen Vorgehensweise von Bürgermeister und Verwaltung ging.

Bürgermeister Dirk Möcking ging zu Beginn der Diskussion auf die vom BVK-Fraktionsvorsitzenden Bernhard Rembarz in der Rheinischen Post geäußerten Sorge um den Haushalt der Gemeinde ein. Er sei „sehr enttäuscht“ und „verärgert“, weil die BVK mit falschen Aussagen arbeite.

Konkret ging es um die Kostensteigerungen rund um den Ausbau der Aldekerker Gesamtschule. Zwar gebe es Kostensteigerungen beim Bau von Aula und Mensa. Bei einem Gesamtprojekt von knapp zehn Millionen Euro könne man 400.000 Euro aber nicht als immens betrachten. In Teilprojekten, etwa beim Erweiterungsbau für die Schule, habe man die Kostenschätzung sogar unterschritten und 220.000 Euro eingespart. Deshalb sei es faktisch nicht richtig, rund um die Wandlung der früheren Hauptschule zur Gesamtschule Kostensteigerungen als Risiko für den Haushalt ins Feld zu führen. Möcking: „Sie können mich kritisieren, nicht aber die Arbeit der Verwaltung und des Rates.“ Er erinnerte die BVK-Ratsmitglieder an die Homepage der Vereinigung. Dort heiße es, dass „Ehrlichkeit der oberste Grundsatz der BVK“ sei. „Nehmen Sie sich das zu Herzen“, sagte Möcking.

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Rembarz wollte das nicht auf sich sitzen lassen. „Wir stehen zu unseren Aussagen, wir ziehen nichts zurück“ , betonte er. Man fühle sich schlecht informiert und zu Entscheidungen getrieben.

Aus Reihen der CDU kam von Monika Vedder der Antrag, das Thema nicht zu entscheiden, bevor der neue Pfarrer in der Gemeinde seinen Dienst angetreten habe. „Schweinsgalopp“ sei nicht nötig. Unterstützung fand sie dafür bei der BVK, nicht aber bei ihren Fraktionskollegen. Als „neben der Spur“ bezeichnete Uwe Priefert, Fraktionsvorsitzender der SPD, gar den Ansatz, der Rat solle Rücksicht auf die Personalsituation in der Kirchengemeinde nehmen. Da Möcking betonte, das Bistum habe erklärt, dass die Entscheidungen zum Verkauf des Jugendheims rechtskräftig seien, wurde der Antrag auf Vertagung abgelehnt.

In der Sache betonte Ulrich Neffe für die CDU, man fühle sich gut informiert und wolle das Filet-Stück mitten in Aldekerk kaufen. Einen Seitenhieb zur BVK gab es von ihm auch: Wenn die Art der Presseveröffentlichung der neue Umgang sei, könne die CDU schlecht damit umgehen. Andreas Geenen und Johannes Hartjes bekräftigten für die CDU, dass man nun kaufen wolle. Sonst drohe der Verkauf an einen Investor. Die SPD sieht besonders im Zusammenhang mit dem Integrierten Handlungskonzept gute Chancen, das Jugendheim weiterzuentwickeln. Auch von Priefert gab es noch Kritik an der BVK: „Das ist kein guter Stil.“

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