Diskussion im Ausschuss für Bürgerdienste über Schulen in Straelen.

Bildung in Straelen : Freie Wähler Straelen für Gesamtschule

Die Umwandlung der Sekundarschule solle als Option vorgehalten werden. Im Ausschuss für Bürgerdienste hatte der Vorstoß keinen Erfolg. Die Stadt fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen Gymnasium und Sekundarschule.

Was die Karrierechancen der jungen Mitbürger angeht, sind sich alle Straelener Parteien einig. Auch in Zukunft sollen alle Straelener Schüler die Möglichkeit haben, alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur in Straelen zu erreichen. Die Freien Wähler sehen als eine Option dafür, die Sekundarschule in eine Gesamtschule umzuwandeln. Einen entsprechenden Antrag legten sie in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bürgerdienste vor. Mit diesem Ansinnen fanden sie jedoch nur bei GO/Grünen Zustimmung, alle anderen Fraktionen, und damit die Mehrheit des Ausschusses, lehnte den Antrag ab.

Stattdessen wurde ein gemeinsamer Antrag von CDU, FDP und GO/Grünen einstimmig verabschiedet. Er spricht sich für den Status Quo aus, also für den Fortbestand von Sekundarschule, Gymnasium und der Katharinen-Grundschule mit ihren drei Standorten in der Innenstadt, Herongen und Auwel-Holt. Die Stadt als Träger ist aufgefordert, den drei Schulen gleichberechtigt alle Ressourcen nach dem konkreten Bedarf zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen neben Räumen sowie Lern- und Lehrmitteln auch Instrumente, Schulhöfe sowie Sport- und Versammlungsstätten. Diese Ressourcen seien effizient und nachhaltig zu nutzen.

Einen besonderen Schwerpunkt legt der Antrag auf die Zusammenarbeit zwischen Sekundarschule und Gymnasium. Um alle Schüler im Hinblick auf die von ihnen angestrebten Abschlüsse zu fördern, sollen gemeinsame Anstrengungen der beiden Schulen zur optimalen Vorbereitung aller geeigneten Sekundarschüler auf die Oberstufe des Gymnasiums unternommen werden. Um die Gemeinsamkeit der beiden weiterführenden Schulen zu unterstreichen, sähen die Politiker in Zukunft gerne, wenn beide Schulen einen gleichlautenden Namen trügen – mit dem jeweiligen Zusatz der Schulform.

Als Leitlinie der Straelener Bildungspolitik wird die regionale Schulentwicklungsplanung der Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) vom Juni festgelegt, die außer für die Blumenstadt auch für Geldern, Issum, Kerken, Rheurdt und Wachtendonk erarbeitet wurde. Darin wird für Straelen wie für den gesamten Südkreis von einer wachsenden Zahl an Grundschülern ausgegangen, die dann in der Sekundarstufe I zu berücksichtigen sind.

Insgesamt vier Szenarien haben die Biregio-Experten aufgezeigt. Variante eins ist die Beibehaltung des Status quo, wobei Biregio davon ausgeht, dass für alle Schulen der Sekundarstufe I genug Schüler da sind. Variante zwei zeichnet die Gründung einer Straelener Gesamtschule unter Aufgabe der Sekundarschule, Variante drei eine Gesamtschule Straelen unter Aufgabe der Sekundarschule und des Gymnasiums. Variante vier bringt die Gründung eines Zweckverbandes für eine gemeinsame Gesamtschule mit bis zu fünf Klassen in Geldern und drei Klassen in Straelen aufs Tapet.

Eine Umwandlung der Sekundarschule Straelen in eine Gesamtschule ist laut Stadt rechtlich nicht mehr möglich. Und für das Gymnasium und die Sekundarschule bestehe grundsätzliche Fortführungspflicht. Die Auflösung wäre nur dann zulässig, wenn die erforderliche Mindestanzahl an Schülern längerfristig nicht mehr erreicht würde. „Nach alledem erscheint die Beibehaltung des Status Quo derzeit als einzig realistische Option“, urteilt die Stadt. Und meint auch die Politik. Gymnasium und Sekundarschule in Straelen biete sich nun die Chance, so die Verwaltung, sich auch weiterhin im regionalen Bildungsmarkt zu positionieren und die Anmeldezahlen zu steigern. Nach Auffassung der Verwaltung kann das aber nur gelingen, wenn beide Schulen die Zusammenarbeit intensivieren, um auch als Straelener Schulzentrum, an dem alle Abschlüsse möglich sind, wahrgenommen zu werden.

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