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Dirk Möwius kommentiert die Woche im Gelderland

Unsere Woche : Mit viel Herzblut und Energie im Wahlkampf

Die Menschen, die sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren, haben es verdient, dass wir alle die Trennung von Erst- und Zweitstimme ernst nehmen.

Zunächst muss ich an dieser Stelle mich selbst korrigieren und Sie um Entschuldigung bitten, dass ich Sie vor einer Woche (ohne böse Absicht) auf die falsche Fährte geführt habe. Die Austritte bei den Grünen in Kerken waren keineswegs die ersten Wechsel in den Fraktionen nach der Kommunalwahl in unserer Region. Platz 1 gebührt der Stadt Straelen, wo bereits im April der langjährige Vorsitzende der Freien Wähler und ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stephan Heintze seinen Austritt aus der Fraktion und dem Verein erklärt hatte. Kerken bleibt also nur der zweite Platz in der Rangliste der Kommunen mit den schnellsten Verwerfungen im Rat.

Blicken wir an diese Stelle noch einmal auf die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren. Das kostet viel Zeit und bringt wenig Dank, oft aber echten Ärger. Und jetzt ist auch noch Wahlkampf, das heißt also nochmal mehr Zeitaufwand und viele Streitgespräche um Themen, in denen der eine oder andere eigentlich gar nicht zu Hause ist. Respekt wollen wir auch den Wahlkreiskandidaten zollen, die sich mit viel Energie in den Wahlkampf einbringen, wohl wissend, dass die meisten von ihnen niemals wirklich eine Chance auf ein Mandat im Bundestag haben. Deshalb haben sie wirklich verdient, dass wir alle auch die Trennung von Erst- und Zweitstimme ernst nehmen. Überlegen Sie sich gut, wen Sie als Vertreter der Interessen des Kreises Kleve in Berlin ihre Stimme geben. Da geht es nicht um Scholz, Laschet oder Annalena Baerbock. Bei der Zweitstimme übrigens direkt auch nicht: Da entscheiden Sie über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag. Es ist nicht festgeschrieben, dass einer der Kanzlerkandidaten am Ende auch Kanzler werden muss. Allein die Abgeordneten des Bundestages entscheiden, wem sie – nach sicherlich spannenden Koalitionsverhandlungen – ihre Stimmen geben. Aber bis dahin haben wir noch ein bisschen Wahlkampf mit viel Herzblut – in einer Woche wissen wir am Sonntagabend dann mehr.