Diese Zeugnis-Belohnungen von Eltern sind sinnvoll

Was Eltern beachten sollten : Die richtige Belohnung fürs Zeugnis

Am Freitag bekommen viele Schüler ihre Zeugnisse. Bei guten Noten werden oftmals auch Belohnungen ausgesprochen. Eine Psychologin erklärt, ob und welche Zeugnis-Prämien sinnvoll sind.

Viele kennen es vermutlich noch aus ihrer eigenen Schulzeit. Stimmte das Zeugnis, durfte man sich auch über einen kleinen Obolus der Eltern oder Großeltern freuen. Bei der Ausgestaltung der Zeugnis-Prämierung gibt es allerdings keine Grenzen. In vielen Familien wird immer noch klassisch pro Note abgerechnet. Andere belohnen ihre Sprösslinge hingegen mit einen gemeinsamen Familienausflug. Doch ist es überhaupt ratsam, Zeugnisgeld zu zahlen oder die schulischen Leistungen des Kindes zu prämieren?

„Grundsätzlich ist ein Belohnungssystem ein wichtiger Bestandteil für Kinder“, sagt Diplom-Psychologin Renate Jacobi vom Caritas Zentrum Straelen. „Beim Zeugnis kommt aber noch die Besonderheit hinzu, dass man Kinder für ihre tägliche Aufgabe, sich in der Schule anzustrengen, belohnt.“

Eltern sollten sich, bevor sie eine Belohnung aussprechen, deshalb erst die Frage stellen, für welche Leistungen das Kind eigentlich belohnt werden soll. „Nur nach der Note zu urteilen, ist jedenfalls der falsche Weg, da die Leistungsmöglichkeiten von Kind zu Kind unterschiedlich sind“, sagt Jacobi. Besser sei es, vorher mit dem Kind indivduelle Ziele zu vereinbaren. „Denn dann schaffen Eltern Anreize und können die Anstrengungen der Kinder viel besser würdigen“, sagt die Psychologin. Ähnlich sieht es auch Stefanie Bauer, sie ist Schulleiterin an der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsgrundschule in Geldern. „Das Zeugnis sollten Eltern schon würdigen, weil dadurch die Anstrengungen der Kinder honoriert werden“, sagt Bauer. „Aber ich rate den Eltern immer davon ab, pro Note Geld zu zahlen, sondern empfehle, lieber gemeinsam Zeit zu verbringen“, sagt Bauer. Psychologin Jabobi sieht das ähnlich: „Sinnvolle Belohnungen sind Familien-Ausflüge, ins Kino zu gehen oder Spiele zu spielen. Denn gemeinsam Zeit zu verbringen, stärkt die Beziehungen und wirkt nachhaltiger.“ Sinn mache möglicherweise auch eine fachbezogene Belohnung, zum Beispiel ein Buch für eine gute Leistung in Deutsch. Nur Geld zu schenken, könne problematisch sein, weil nicht alle Kinder schon einen Bezug zum Geld haben. Deswegen rät Jacobi, bei Zeugnis-Belohungen immer auch das Alter des Schülers zu berücksichtigen, „schließlich kann ein 16-Jähriger mehr mit Geld anfangen als ein Siebenjähriger“, sagt Jacobi. Und grundsätzlich sollten Eltern ohnehin nicht nur nach der Zeugnisvergabe, sondern das ganze Jahr über die schulischen Leistungen ihrer Kinder im Blick haben, so die Psychologin.

Mehr von RP ONLINE