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Issum: Diebels live: Der Pächterin drohen 300.000 Euro "Miese"

Issum : Diebels live: Der Pächterin drohen 300.000 Euro "Miese"

Die Brauerei kündigt wegen nicht gezahlter Nebenkosten. Kötting: "Sollte doch geklärt werden." Vorwürfe von beiden Seiten.

Nachdem Annett Kötting als Pächterin des Diebels live die Kündigung von der Brauerei erhalten hat, gerät die Angelegenheit mehr und mehr zur Schlammschlacht. Sowohl Konzernmutter Anheuser-Busch InBev als auch Ehemann Peter Kötting halten nicht mehr mit Details hinterm Berg. Annett Kötting selbst will sich nicht mehr äußern. "Meiner Frau geht es derzeit gesundheitlich nicht gerade gut", erklärt Peter Kötting, der viele der Live-Acts für die Wochenenden gebucht für Issum hat.

Hintergrund ist auch die Tatsache, dass der Pächterin 300 000 Euro Schulden drohen, da sie für die finanzielle Unterdeckung des Umbaus eine entsprechende Bürgschaft unterschrieben hat. Eine Summe, die sowohl Peter Kötting als auch InBev-Pressesprecher Oliver Bartelt bestätigen.

Die Köttings verstehen derzeit die Welt nicht mehr. "Wir haben am Donnerstag noch mit Diebels-Kollegen vom Vertrieb beim Issumer Bürgermeister gesessen. Da haben wir über die Lösung der gesamten Finanzgeschichte gesprochen. Von einer Kündigung am nächsten Tag war dort überhaupt nicht die Rede", erklärt Peter Kötting. Der Ehemann erklärt, dass in dieser Kündigung als einziger Grund die nicht bezahlten Nebenkosten angeführt waren. Kötting: "Dabei wollten wir am vergangenen Donnerstag doch die gesamte finanzielle Situation ansprechen und klären."

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Dazu zählen bekanntlich auch die nur teilweise gezahlten Handwerker-Rechnungen, von denen laut Kötting einige aber schon größtenteils gezahlt worden seien. Für andere Forderungen sei über ihren Anwalt Ratenzahlung vereinbart worden. "Dass InBev den Mitarbeitern nun erklärt hat, dass das fehlende Brauhauskonzept und der Imageschaden Grund für die Kündigung ist, halte ich für nicht korrekt."

Oliver Bartelt sieht das anders. "Die Tatsache, dass die Nebenkosten nicht gezahlt wurden, ist der maßgebliche Kündigungsgrund. Der Image-Schaden betrifft eher die emotionale Seite dieses Vorgangs." Die Entscheidung werde übrigens auch von den Mitarbeitern in Issum mitgetragen. "In der Summe" gebe es keine andere Lösung als die Kündigung, so der InBev-Pressesprecher weiter. Er hält die Überraschung der Köttings über die Kündigung für gespielt. Bartelt: "Es war einfach kein Vertrauen mehr da." Auch spricht er dem Ehepaar eine gewisse Kompromissfähigkeit im Streit mit den Anwohnern ab, die sich über Lärm und Schmutz vor allem an Wochenenden beschwert hatten. Ein Vorwurf, den Peter Kötting bestreitet.

(RP)