Die niederländische Band "Barrelhouse" zu Gast in Geldern.

Blues in Geldern : „Barrelhouse“ lässt die Blues-Fans jubeln

Auf Einladung des Culturkreises Gelderland gastierte die Band im „Gasoline Blues Club Geldern“.

Das ging ruck-zuck. Kaum hatte Willi Teloo, der Vorsitzende des Culturkreises Gelderland, das Wort „Barrelhouse“ als Ankündigung gerufen, setzte die Band auch schon mit einem Shuffle ein. Tineke Schoemakers ergriff das Mikrofon und sang mit ihrer leicht rauchigen Stimme „My Baby“. Man braucht eben keine lange Anlaufzeit, wenn man schon so viele Jahre lang unterwegs ist.

Seit 45 Jahren steht die niederländische Band auf der Bühne, in unveränderter Besetzung. Da herrscht blindes Verständnis, langweilige Routine jedoch ist dem Sextett fremd. Das bewies die Formation jetzt im vollen „Gasoline Blues Club“ wieder. Viele aus dem Publikum hatten der Band schon bei ihrem Gelderner Konzert 2015 zugejubelt, damals noch im „Muddy-Waters-Saal“ der „Niersbrücke“.

Mit freundlichem Applaus bedachten sie die Vorgruppe. „Jaana Redflower“ lieferte deutlich modernere und härtere Klänge ab. „Das hat Spaß gemacht“, sagte die Sängerin über ihren 30-Minuten-Gig.

Doch fast alle in dem Saal des Freizeit-Centers Janssen an der Dieselstraße waren natürlich wegen „Barrelhouse“ gekommen. Tineke Schoemakers und ihre fünf Mitspieler versetzten die Zuhörer vom ersten Takt an in Hochstimmung. Schnell wurde klar, warum die Frontfrau 2012 zur besten Sängerin der Niederlande gekürt wurde und die Band im gleichen Jahr in der „Dutch Blues Hall of Fame“ vertreten war. Ob beim stampfenden Honky-Tonk-Song „Only A Fool“ mit einem famosen Piano-Part von Han van Dam, ob beim furiosen Blues-Boogie-Instrumental „Calling Albert“, ob beim unter die Haut gehenden Slow Blues wie zum Beispiel „Almost There“ oder beim Mid-Tempo-Stück kurz vor Ende, bei dem sich die Brüder Johnny und Guus LaPorte ein leidenschaftliches Gitarrenduell lieferten – die Band zelebrierte den traditionelle Blues, angereichert mit Elementen aus Rock und Jazz. Den verlässlichen Rhythmus-Teppich für die Solisten legten Bassist Jan Willem Sligting und Schlagzeuger Bob Dros unaufgeregt, aber äußerst verlässlich.

Ohne Zugabe ließen die begeisterten Blues-Fans „Barrelhouse“ nicht von der Bühne. „You Don’t Have To Go“ sang Tineke Schoemakers zum Abschluss des Konzerts. Das beschloss zugleich das Konzertjahr vom Culturkreis Gelderland.

Im nächsten Jahr bietet der Verein den Jazzfreunden im Gelderland gleich vier statt drei Konzerte. Am 1. Februar kommt mit Bernard Allison gleich ein großer Name in den „Gasoline Blues Club“. Ein Doppelkonzert gibt es am 14. März mit der „Robert Fossen Band“ und dem „Ray Stepien Trio“ sowie am 28. November mit „Black Cat Biscuit“ und „Muddy What?“. Zwischendrin gastiert am 16. Mai mit Thorbjørn Risager ein alter Bekannter in Geldern. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr.

Als besonderes Spar-Angebot des Culturkreises sind Eintrittskarten für alle vier Termine für 70 Euro bei Bücher Keuck oder online unter www.culturkreis-gelderland.de zu bekommen. Man spart sechs Euro gegenüber den Einzeltickets im Vorverkauf.

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