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Die "Drakes of Dixieland" präsentierten Swing und mehr in Geldern.

Traditionelles Konzert in Geldern : Haus Manten swingt zum vierten Advent

Zwei Tage vor Heiligabend pilgerten viele Gelderner Bürger traditionell zum Jazz-Frühschoppen in die Gaststätte an der Hülser-Kloster-Straße. Das Konzert zeigte: Bei der Familie Oerding liegt die Musik im Blut.

„Ausverkauft“, würde der Stadionsprecher des Borussiaparks in Mönchengladbach über die großen Lautsprecher Mitte der zweiten Halbzeit bekannt geben. In der Tat waren großartige Drehbewegungen und Wendemanöver beim vorweihnachtlichen Jazz-Frühschoppen am vierten Advent im Haus Manten zeitweise nicht möglich. Das Gasthaus, an dessen Eingang ein Adventskranz mit vier brennenden roten Kerzen die Besucher begrüßte, platzte aus allen Nähten.

Grund für den großen Andrang war der mittlerweile zum zwölften Mal stattfindende Auftritt der „Drakes of Dixieland“ mit ihrem Programm „Jazz for Christmas“. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn füllte sich das Gasthaus nach und nach mit swingbegeisterten Bürgern aus dem Gelderland. Der beliebte goldgelbe Hopfentrunk vom Fass schwappte über die Gläserränder, als die Kellnerinnen auf dem Weg zu den Gasthaus-Tischen die rege Nachfrage nach dem kühlen Blonden bedienten.

Gelbe Plastikmünzen konnte man für 2,50 Euro erwerben, genau so viel kostete auch ein Glas Bier. Deftigen Schaschlik mit Pommes (vier Münzen) und pikante Currywürste mit heißen Fritten (zwei Münzen) konnte man ebenso ordern. Gegen 12.45 Uhr gingen hiervon auch mehr als ein Dutzend große Portionen über den Tresen. Um Punkt 11 Uhr starte die siebenköpfige Dixie-Band.

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Für sechs Euro Eintritt konnten Jazzfans mehr als drei Stunden lang ein buntes Musikprogramm im Jazz-, Swing- und Dixiegenre genießen. Die „Drakes of Dixieland“ haben neben klassischen Swing- und Dixie-Nummern wie den Allzeit-Klassiker „Blueberry Hill“ von Fats Domino auch Christmas-Songs im petto, die sie im Gasthaus Manten präsentierten. Gleich beim ersten Song war das Publikum voll da. Applaus, Klatschen im Takt und sanfte Swing-Bewegungen zum Rhythmus der Band machten sich unter den gut gestimmten Besuchern breit. Die Dixie-Jungs wissen, wie man den Konzert-Auftakt gestalten muss.

Dass in der Oerding-Familie der Rhythmus und die Musik durch jede Ader fließen, bewies Philipp, der Bruder des Pop-Stars Johannes Oerding, beim vorweihnachtlichen Jazz-Vormittag im Haus Manten. Seit 2013 bläst der Sport- und Musiklehrer als Nachfolger von Joachim Kempkes in die Posaune und bestreitet gemeinsam mit dem Walbecker Klarinettisten Wilfried Sieben die Gesangsparts zahlreicher Dixie-Nummern. Unter anderem sang er am Sonntag die Vocals zum Song „Frauen regieren die Welt“ des leider 2016 bereits verstorbenen deutschen Pop- und Jazzmusikers Roger Cicero.

Auch Philipp Oerdings zwölfjährige Tochter Greta stellte ihr gesangliches Talent bei zwei Swing-Nummern unter Beweis. Normalerweise ist die Band „Drakes of Dixieland“ zu sechst. Siebter Mann im Bunde war der 22-jährige Aaron Nühlen, der als junger Jazzpianist bei den „Drakes“ gastierte und in den zahlreichen Songs, bei denen er in die Klavier-Tasten haute, als Dixie- und Swingmusiker überzeugte.

Heinz Spütz ließ sich, wie jedes Jahr, den Weihnachtsjazz nicht entgehen. „Ich bin immer hier“, betonte der Fotograf aus Geldern. Die meisten bekannten Gesichter trifft er alljährlich am letzten Sonntag vor Heiligabend im Gasthaus Manten. „Wenn man Wiederholungstäter hat, ist das immer ein gutes Zeichen“, verwies er auf die vielen anwesenden Weihnachtsjazz-Stammgäste.