Die Band „Supercharge“ ließ Issum feiern.

Rämmi-Dämmi in Issum : Albie Donnelly begeistert das Altbierdorf

„Supercharge“ ließ Issum feiern. Der Dorfplatz An de Pomp erwies sich als perfekter Ort für den Rämmi-Dämmi-Abend.

Jazz, Blues, Rock‘n‘Roll faszinierte das Issumer Publikum auf ihrem neuen Dorfplatz An de Pomp.

Unter freiem Himmel und umsonst, so das Motto. Ohne Zweifel, die traditionsreiche Veranstaltung Rämmi-Dämmi erlebte eine gelungene Neuausgabe mit der achtköpfigen Band „Albie Donnelley‘s Supercharge“ an einem herrlichen Sommerabend. Die international aufgestellte Band erntete im Altbierdorf schnell die Anerkennung des Publikums: Wippende Füße, nickende Köpfe, anerkennende Blicke und Applaus nach Piano- oder Saxophon-Soli. „Let the good times roll“, so die Botschaft des Abends.

Als besonderen musikalischen Leckerbissen für die Daheimgebliebenen hatte Thomas Sengerling, Vorsitzender der Issumer Werbegemeinschaft, den Auftritt angekündigt. Der laue Rämmi-Dämmi-Abend mit viel Musik „ist zugleich ein herzlicher Dank an die Issumer Kundschaft, die vor Ort und nicht im Netz kauft“, so Sengerling. Wolfgang Höfert steuerte im Rahmen des 222-jährigen Bestehens seiner Löwen-Apotheke seinen Teil bei. Anders als die Jahre zuvor spielte die Musik nicht im Bankenviertel. Auch gehört der verkaufsoffene Sonntag am nächsten Tag nicht mehr zum Rämmi-Dämmi-Format, für dessen Name ein Zirkus Pate stand. Der neue Dorfplatz An de Pomp sorgte bei manchem der Gäste für eine erste Begegnung. „Ein Platz, der sich für solche Veranstaltungen gut eignet“, meinte die Sevelenerin Katja. „Ich kannte ihn vorher nicht.“ Der Platz hat richtig Potential, wie aus den Besucherreihen zu erfahren war. Ein paar mehr Sitzgelegenheiten wären wünschenswert, so die Anmerkungen. Der neu installierte Feierabend-Markt am ersten Mittwoch im Monat hat sich bereits als richtiges Zugpferd entpuppt, wie Sengerling bestätigte. Auch der Samstagabend bekam gehörig Schwung.

Das Publikum war generationenübergreifend gemischt. Jung und Alt feierten, was die Band und die europäische Musikszene an Funk, Rhythm‘n‘Blues und Rock‘n‘Roll zu bieten hatten. Aus den verschiedenen Richtungen steuerten die Besucher den Platz an. Zum einen, um mit Freunden gesellig ein kühles Bierchen zu trinken. Zum anderen kamen Fans zielgerichtet ins Altbierdorf, beispielsweise aus Köln und Oberhausen, um das musikalische Urgestein Donnelly direkt zu treffen. Allen voran eine Truppe aus Geldern, die sich vor der Bühne aufbaute und sich so den besten Blick sicherte. Bei den ersten Songs war noch die klare Rollenverteilung spürbar. Albie Donnelly als Mr. Supercharge gab als Tenorsaxophonist und mit seiner markanten Stimme bei den Boogie-Woogie-Songs den Ton an. Über die Auswahl freute sich unter anderem auch der Orsoyer Christoph Wingerath. „Musik zum Satthören“, meinte er.

Der Liverpooler Albie Donnelly gründete 1973 seine Band Supercharge und machte sich schnell einen Namen in der Szene. Bei manchem seiner Fans in Issum war sogar leichter Neid spürbar. Nichts hat der noch 70-jährige Albie an Virtuosität und Vitalität verloren. Seine auf Hochglanz polierte Stirn, Sonnenbrille, Bart sind seine Markenzeichen geblieben. Der Ausnahme-Saxophonist scheint alterslos zu sein.

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„Der hat sich in den letzten 20 Jahren nicht verändert“, hieß es auch im Publikum. Dem „Man in Black“ und seinen Bandkollegen Molly Duncan (Tenorsaxophon), Thorsten „Bonefunk“ Heitzmann (Posaune, Hintergrundgesang), Gerry Winter (Trompete), Jimmy Reiter (Gitarre, Vocals), Sascha Kühn (Orgel, Piano), Wolfgang „Bolle“ Diekmann (Bass) und Ralf Heinrich (Drums) gelang ein kongeniales Klangfeuerwerk.

Donnelly ließ sein Saxophon schluchzen und jubilieren.

„Supercharge“ überzeugte mit virtuoser Spielfreude, exakten Bläsersätzen und bestechenden Soli. Rhythm‘n‘Blues, Blues und purer Rock‘n‘Roll wechselten sich ab.

Der Jubel des Publikums wurde von Stück zu Stück lauter. Mit dem bekannten „Pick up the pieces“ ging es in die Pause.

Der Bassist, ansonsten eher wenig gefordert, zeigte sein Können in „Coming home“, wenig später rückte der Drummer in „Caravan“ ins Zentrum. Zugaben waren fällig, bei denen unter anderem der gute alte „Hoochie Coochie Man“ die Zuhörer zum ausgelassenen Tanzen brachte.