Deutsche Glasfaser räumt Fehler ein. Lösung für die Kirchstraße.

Kirchengemeinde verhindert nicht den Ausbau : Glasfaser nun doch für ganz Kerken

Die Kirchengemeinde verhinderte nicht den Ausbau. Auch die Anwohner der Kirchstraße bekommen jetzt schnelles Internet. Bürgermeister hofft, dass bis Ende April die Arbeiten in Kerken abgeschlossen sind.

Es gibt gute Neuigkeiten. Die Anwohner in der Kirchstraße bekommen doch ihren Anschluss an die Deutsche Glasfaser. Es war ein zähes Ringen. „Die Kirchengemeinde hindert nicht den Ausbau der Glasfaser“, betont Christian Stenz, Pfarrer von St. Dionysius Kerken. Die Kirchstraße gehört nämlich nicht der Kirchengemeinde, sondern der Kommune. „Wir lassen uns nicht den Schwarzen Peter zuschieben“, sagt Stenz.

Denn tatsächlich hatte es bereits im April 2018 Mailverkehr gegeben. Stephan Nellesen von der Zentralrendantur Geldern/Goch hatte sich mit der Deutschen Glasfaser in Verbindung gesetzt und darum gebeten, dass ein Gestattungsvertrag abgeschlossen wird. Dabei ging es rein um den St. Dionysiusplatz. So ein Gestattungsvertrag ist üblich, bestätigt Kerkens Bürgermeister Dirk Möcking. Mit dem Vertrag sichern sich beide Seiten ab, zum Beispiel, wenn es zu Schäden während der Bauphase kommt. Eine Antwort blieb allerdings von Seiten der Deutschen Glasfaser gegenüber der Kirchengemeinde aus. Also gab es auch keinen Vertrag, der über Bauarbeiten auf dem Dionysiusplatz bestimmt.

„Von dem E-Mail-Kontakt ist mir nichts bekannt“, sagt Dennis Slobodian von der Pressestelle der Deutschen Glasfaser. Die Mail liegt allerdings unserer Redaktion vor. Später bestätigte dann doch die Deutsche Glasfaser den Mailkontakt. Der Projektleiter habe versucht, persönlich Kontakt zu der Kirchengemeinde Kerken aufzunehmen. Ohne Erfolg. „Es ist ein bisschen kurios“, sagt Slobodian von der Deutschen Glasfaser. Sieben bis neun Mal sei der Projektleiter vor Ort gewesen und habe niemanden von der Kirchengemeinde angetroffen. Telefonisch seien sie auch nicht erreichbar gewesen.

Monika Koch, Verwaltungsreferentin der Pfarrei St. Dionysius, sagt dazu: ‚Dies ist für uns nicht nachvollziehbar. Das Pfarrbüro der Kirchengemeinde war 2018 montags, dienstags, mittwochs und freitags jeweils von 8.30 Uhr bis 12 Uhr geöffnet, zusätzlich dienstags von 16 bis 18 Uhr. Zu diesen Zeiten, die auch im Internet veröffentlicht sind und an der Tür des Pfarrbüros aushängen, war ein Ansprechpartner vor Ort. Außerdem wäre jederzeit eine Terminabsprache per E-Mail möglich gewesen. Dass eine Vertragsregelung daran hätte scheitern müssen, muss als reine Schutzbehauptung gewertet werden.‘“

Kurz vor Weihnachten flatterten dann die „Bestätigung des Widerrufs“-Schreiben in die Haushalte der Anwohner der Kirchstraße. Sechs Haushalte erhielten eine Absage. Die Anwohner ärgerten sich, weil keiner widerrufen hatte.

Bis zum Schluss hatte auch Niklas Huth, Anwohner der Kirchstraße, gehofft, dass es noch einen Ausbau in seiner Straße geben würde. Denn ein Anschluss könne auch über die Michael-Buyx-Straße oder den Webermarkt erfolgen. Gestern wurden die Alternativpläne der Gemeinde vorgestellt. „Die sechs Haushalte werden angeschlossen, auch wenn ein paar hundert Meter Tiefbau mehr nötig sein werden“, sagt Slobodian von der Pressestelle Deutsche Glasfaser. Auch das Rathaus, das übrigens direkt am Dionysiusplatz liegt, wurde bereits über den Webermarkt angeschlossen. Die Lösung ist also nicht brandneu. Bürgermeister Möcking hofft, dass bis Ende April ganz Kerken mit dem Anschluss an die Deutsche Glasfaser durch ist. Bis zum Ende der Arbeiten soll auch das Baubüro am Webermarkt 7 geöffnet sein.

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