Winter in Geldern, Straelen, Kevelaer und Weeze: Der Niederrhein ganz in Weiß

Winter in Geldern, Straelen, Kevelaer und Weeze: Der Niederrhein ganz in Weiß

Seit Dienstag hat es auch in der Region geschneit. Die ersten Flocken bringen aber immer Ärger mit sich: 29 Mal hat es im Kreis Kleve gekracht, zwei junge Autofahrer wurden verletzt. Der Schnee bleibt zwar liegen, weißer wird es aber erst einmal nicht.

Auch wenn sie dickes Fell haben, so ganz geheuer scheint den Alpakas im Tierpark Weeze der Schnee nicht zu sein. Nachts blieben sie auf jeden Fall im warmen Stall. „Das Weiße mögen sie nicht so gern“, meinte ein Mitarbeiter grinsend. Am Mittwochmorgen trieb die Neugier die Tiere dann aber doch ins Freie. Und der Hunger natürlich, denn Jasmin Adler hatte Leckereien für die Tiere im Futtertopf. Die 14-Jährige von der Gesamtschule Mittelkreis absolviert gerade ein Praktikum im Tierpark. Die Alpakas haben das Mädchen schon ins Herz geschlossen, auch wenn Jasmin gesteht: „Meine Lieblingstiere hier sind eigentlich die Lamas.“

Der Tierpark lag ebenso wie der Niederrhein unter einer weißen Decke. In Walbeck haben die Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vier Zentimeter Schnee gemessen, in Kleve sogar acht. Doch es ist nicht nur weiß in der Region, sondern auch glatt. Allein von Dienstag, 15 Uhr, bis zum Mittwochnachmittag hat es im Kreis Kleve 29 Mal gekracht, teilte die Polizei mit. Bei einem Unfall in Goch verletzte sich eine junge Autofahrerin, in Kalkar prallte ein 25-Jähriger mit seinem Auto gegen einen Baum. Ansonsten blieb es bei Blechschäden. Ein Unfall passierte in Straelen, drei in Geldern innerhalb von zehn Minuten. Um kurz vor 20 Uhr am Dienstagabend krachte es am Freibad, fünf Minuten später in Walbeck an der Max-Planck-Straße, um 20.04 Uhr an der Kapuzinerstraße.

Um die Straßen freizuräumen, hatte der städtische Winterdienst eine Bereitschaft mit 17 Leuten gebildet, die am Dienstag bei den ersten Flocken ausrückte, sagt Geldern Stadtsprecher Herbert van Stephoudt. Drei Großfahrzeuge für die Fahrbahnen, zwei kleine Modelle für Radwege und fünf Pritschenwagen waren unterwegs. „Das Personal mit den Pritschenfahrzeugen räumt auch die Stellen, die maschinell nicht abgearbeitet werden können, wie die Treppen an der Unterführung am Bahnhof.“

Da nicht alle Straßen gleichzeitig bearbeitet werden können, gibt es eine Prioritätenliste. „Städtische Straßen werden nach ihrer Bedeutung für den Straßenverkehr gestaffelt“, sagt van Stephoudt. So gehört der Straßenverlauf der „Pariser Bahn“ vom Barbaraviertel bis zum Kreisverkehr am Geldertor zu den Straßen, die vorrangig bearbeitet werden. Ebenso verhält es sich mit der Krefelder Straße vom Kreisverkehr in südliche Richtung bis zur Duisburger Straße, mit dem Ostwall und der Straße „Am Nierspark“.

Innerhalb der Stadtgebiete kümmert sich die Städte auch um die Bundesstraßen. Außerhalb des Stadtgebietes übernimmt auf Bundes- und Landstraßen dann der Landesbetrieb Straßen NRW.

In Kevelaer gilt ein eingeschränkter Winterdienst, sagt Johannes Baaken vom Betriebshof der Wallfahrtsstadt. Das heißt, nicht alle, sondern nur die für die Stadt wichtigsten Straßen werden geräumt. Auch Baakens Truppe sei bereits am Dienstagnachmittag losgezogen sowie am Mittwochmorgen und habe das Kernstraßennetz vom Schnee befreit. „Hinzu kommen Parkplätze, öffentliche Einrichtungen, Schulen und deren Zuwege“, sagt Baaken.

Wer nicht aufs Auto, sondern auf die Bahn angewiesen war, hatte gute Karten. Nach Informationen der Nordwestbahn habe es an den Schneetagen keine Probleme mit dem Niersexpress gegeben. Lediglich eine Störung im Stellwerk in Goch, die allerdings nicht wetterabhängig gewesen sei, habe am Mittwoch um 8 Uhr für eine halbstündige Verspätung gesorgt.

Am Flughafen mussten am Dienstagabend zwei Flugzeuge nach Köln ausweichen. In Weeze war da keine Landung möglich. Am Mittwoch hatte ein Flug aus Porto Verspätung, das habe aber nichts mit dem Schnee zu tun gehabt, so Flughafensprecher Holger Terhorst. Eigentlich laufe alles normal. Flugreisende sollten sich aber bei ihrer Airline über die Situation informieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Erster Schnee am Niederrhein

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