Rayerssee: Der Biber tummelt sich in Geldern

Rayerssee : Der Biber tummelt sich in Geldern

Seltene Aufnahmen aus Geldern: Der Biber tummelt sich im Rayerssee

Johannes Becker aus Geldern ist es gelungen, einen Biber am Ufer in der Nähe des Seehotels zu fotografieren. Eine ganz seltene Aufnahme. Denn bislang gab es lediglich Bilder, auf denen angenagte Bäume zu sehen waren.

Spuren am Rayerssee hat der Biber schon reichlich hinterlassen. In der Nähe des Seehotels waren immer mal wieder die typischen Nagespuren an Bäumen zu sehen gewesen. Jetzt ist es Johannes Becker gelungen, auch eindrucksvolle Bilder von einem Exemplar zu schießen. Der Gelderner war am Pfingstsonntag gegen 17.30 Uhr zwischen Krankenhaus und Seehotel unterwegs, als er plötzlich im Wasser einen Biber entdeckte.

"Ich war völlig überrascht, denn ich hatte zwar davon gehört, dass die Tiere hier leben sollen, aber nicht erwartet, jetzt eins zu sehen", berichtet er. Becker hatte seine Kamera dabei und folgte dem Biber, der schließlich auch ans Ufer schwamm. "Als ich näher rangegangen bin, hat er sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen und weiter gefressen", erzählt der 63-Jährige.

Immer wieder Spuren von Bibern in der Region

Bis auf etwa fünf Meter sei er an den Nager herangekommen. Hier gelangen ihm Fotos von dem Biber. Becker vermutet, dass das Tier aus der Gelderner Fleuth herübergekommen sein könnte. Der Fluss fließt direkt neben dem Rayerssee vorbei.

Der Gelderner hat davon gehört, dass auch in der Nähe von Pont immer wieder Spuren von Bibern entdeckt worden seien. Vor allem in der Nähe der Justizvollzugsanstalt. Gesehen hätten aber auch Jäger dort noch kein Tier. In dem Bereich sollen sie sehr scheu sein. Ganz anders als der Biber im Rayerssee. "Vielleicht ist das Tier Menschen gewohnt, weil der Spazierweg dort direkt am See entlang führt", vermutet Johannes Becker.

Experten haben immer wieder berichtet, dass der Biber längst wieder auch im Kreis Kleve heimisch geworden ist. "Auch im Einzugsbereich der Niers und seiner Nebengewässer wird er immer wieder gesehen", berichtet Walter Ahrendt vom Naturschutzzentrum des Kreises Kleve. Dass der Biber nicht direkt geflüchtet sei, überrascht ihn nicht.

Biber sind nicht scheu

"Sie haben keine direkten Feinde und werden nicht verfolgt, daher ist der Biber nicht unbedingt scheu", sagt der Biologe. Ungewöhnlich sei allerdings, dass es Johannes Becker gelungen sei, das Tier auch am Ufer zu fotografieren. Das gelinge nur äußerst selten. Die meisten Aufnahmen stammen von Bibern, die im Wasser schwimmen und von denen auf den Fotos dann nur der Kopf zu sehen ist.

Nicht nur das Naturschutzzentrum beschäftigt sich intensiv mit dem Nager. Auch an der Hochschule Rhein-Waal wird zu den Bibern geforscht. Prof. William Megill geht davon aus, dass der Biber inzwischen im gesamten Kreis Kleve anzutreffen ist. Er schätzt ihre Zahl auf etwa 300. Margarete Dytkowicz schreibt sogar gerade ihre Doktorarbeit über Biber in der Region. Dass ein Tier im Rayerssee lebt, überrascht sie nicht. "Biber mögen ruhige Gewässer mit einem konstanten Wasserstand", sagt sie.

(zel)