Der Alt-Archivar von Straelen wird ausgezeichnet.

Ehrung : Rheinlandtaler für Bernhard Keuck

Der ehemalige Stadtarchivar von Straelen erfährt an seiner alten Wirkungsstätte die Würdigung des Landschaftsverbands Rheinland. In der Feierstunde wird an seine vielfältigen Aktivitäten erinnert.

An seiner alten Wirkungsstätte erfuhr Straelens ehemaliger Stadtarchivar eine besondere Würdigung. Anne Henk-Hollstein, die Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, überreichte ihm den Rheinlandtaler. Die Feierstunde, meinte die Besucherin In ihrer Laudatio, gelte einem Menschen, „der zu dieser Landschaft und Region passt und für sie und ihre Menschen Großartiges geleistet hat“.

Einen Blick warf die Rednerin in Keucks Biografie: Aufgewachsen in Straelen, nach heutigen Maßstäben in einer Großfamilie, wo Zusammensein gepflegt und Solidarität und Gemeinwohl großgeschrieben wurde, lebte er umgeben von einem Fluidum an Gelehrsamkeit und Geschäftigkeit in der elterlichen Buchhandlung samt angeschlossener Buchdruckerei. Mit Büchern und Druckerschwärze groß geworden, öffnete sich zugleich ein Stück weit das Tor zur weiten und bunten Welt, was nicht ganz unwichtig für den weiteren Lebensweg und auch die eine oder andere Prägung und Neigung gewesen sei. Nach dem Abitur absolvierte er ein Bibliotheksstudium und landete 1979 beim Kreis Kleve, wo er nach einem erfolgreich bestandenen Fachlehrgang für Kommunal- und Kirchenarchivare in Köln bis Ende 1990 als Archivar im Kreisarchiv tätig war.

Im Januar 1991, mit Einrichtung der neuen Stadtarchivar-Stelle, trat Keuck seinen Dienst in Straelen an. Bereits im Mai 1992 konnte er dieses Archiv dank einer ausgezeichneten Kooperation zwischen Archivberatungsstelle Rheinland, Denkmalpflege und örtlicher Baubehörde an seinem heutigen Standort in bester städtischer Lage mit eröffnen. „Bernhard Keuck hatte am rechten Ort seine Traumberufung gefunden, die durchaus seinem Naturell entsprach. Leute, die näher mit ihm zu tun hatten, schildern ihn als einen auf den ersten Blick unprätentiösen, ruhigen, eher zurückhaltenden, aber nicht weniger freundlichen und hilfsbereiten Menschen.“ Kulturbegeisterung, Musik- und Kunstsinn seien ihm ebenso eigen wie vor allem Neugierde und Wissensdurst in fast kosmopolitischer Dimension.

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Zur akademischen Wissbegierde geselle sich der Wesenszug einer starken Persönlichkeit mit langem Atem, großer Ausdauer, gepaart mit einer bisweilen unerschütterlich anmutenden positiven Einstellung, jedoch stets klaren Zielen vor Augen.

Die Laudatorin bezeichnete Keuck als großen lokalen und regionalen Kommunikator von Geschichte und Geschichten. In mehr als 130 Veröffentlichungen habe er seine mit Akribie recherchierten Artikel der Straelener, aber auch der Geschichte des ehemaligen selbständigen und heute klevischen Südkreises Geldern kundgetan, gut lesbar für Einsteiger wie Fortgeschrittene. Zahlreiche Vorträge und Ausstellungen gehen auf sein Konto, weit mehr als 10.000 Besucher haben zu den unterschiedlichsten Anlässen den Weg ins Stadtarchiv gefunden. Hunderte von Seiten stammen aus der Feder von Keuck, Literaturzusammenstellungen, Bildbände, gewichtige Monographien, kleine und größere Darstellungen gehören zu seinem Werk, für das er zigtausende Stunden Arbeits- und Lebenszeit für das Gemeinwohl investierte. Wer den Geldrischen Heimatkalender, die Zeitschrift „Straelen Aktuell“ oder auch nur die Seniorenpost Straelen liest, stößt unweigerlich auf den Text- und Bildautor wie auch den Redakteur Bernhard Keuck. Als Aufklärer möchte er zeigen, dass die dunklen Seiten der Vergangenheit ganz nah sein konnten. Sie erinnerte beispielsweise an die Verlegung der Stolpersteine 2013.

Bernhard Keuck stehe für Gemeinsinn, er wisse, wie wichtig Identität für ein Gemeinwesen und seine Menschen ist. Als buchstäblicher Stadtschreiber beherrsche er das Geschäft des bürgernahen Geschichtenerzählers. Der Kulturschützer Keuck schwinge keineswegs nur die Feder und sei nicht nur als Chronist mit der Kamera unterwegs, sondern packe mit an, manage und überwinde selbst Zäune, wenn es gelte, das geistige Erbe zu retten.

Auch Bürgermeister Hans-Josef Linßen und die stellvertretende Landrätin Hubertina Croonenbroek würdigten den Einsatz und die Arbeit Bernhard Keucks in ihren Ansprachen.

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