Dealen mit Betäubungsmitteln: Männer aus Gelder, Krefeld, Dortmund vor Gericht

Angeklagte aus Geldern, Krefeld, Dortmund : Drogenprozess: Dealer mit Urlaubsvertretung

Nachdem die Angeklagten am ersten Prozesstag noch geschwiegen hatten, ließen sich die Männer aus Geldern, Krefeld und Dortmund nun zu den Vorwürfen ein.

Vor der 1. großen Strafkammer des Klever Landgerichtes ist am Montag der Prozess gegen drei Angeklagte aus Geldern, Krefeld und Dortmund fortgesetzt worden. Die Männer (37, 34 und 32 Jahre alt) müssen sich wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln verantworten. Vorgeworfen wird ihnen, am Handel mit Cannabis über das sogenannte Darknet, einen schwer zu überwachenden Teil des Internets, beteiligt gewesen zu sein. Nachdem sie am ersten Verhandlungstag noch zu den Vorwürfen geschwiegen hatten, gaben die drei Angeklagten am Montag über ihre Verteidiger Einlassungen ab.

Der 37-jährige Gelderner räumte ein, mehrere Kurierfahrten übernommen und dafür jeweils 150 Euro, einmal auch 200 Euro erhalten zu haben. So habe er im März 2018 drei Waschkartons voller Cannabis beim mitangeklagten 34-Jährigen in Krefeld abgeholt und dann nach Geldern transportiert. In Geldern befand sich wohl die Zentrale der Unternehmung: Ein bereits im Januar zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilter Mann hatte dort im Keller seines Hauses den Versand organisiert. Bei einer polizeilichen Durchsuchung des Wohnhauses waren wenig später auch 15 Kilogramm Marihuana und 17 Kilogramm Haschisch gefunden worden.

Laut Einlassung des 34-jährigen Krefelders sei es auch der bereits Verurteilte – sein Cousin – gewesen, der ihn ins Boot geholt habe. Der Cousin habe ihm von den medizinischen Vorteilen von Marihuana erzählt und erklärt, er wolle dieses aus rein humanistischem Interesse an Kranke verkaufen. Der 34-jährige Krefelder habe schließlich eingewilligt, für den Cousin Marihuana im Keller und Garten seines Hauses anzubauen. Geld habe er dafür keines erhalten und habe auch nicht gewusst, dass das Cannabis im großen Stil über eine Darknet-Handelsplattform namens „Dream Market“ verkauft wurde.

Auch der 32-jährige Angeklagte aus Dortmund ist ein Cousin des bereits Verurteilten. Er ließ am Montag erklären, seinen Cousin zunächst gelegentlich in der Gelderner Versandzentrale vertreten zu haben, wenn dieser Urlaub machte. Später habe er zunehmend Aufgaben übernommen, beispielsweise Bestellungen und Kundenbewertungen auf der Darknet-Plattform bearbeitet. Dafür habe er zweimal 1000 Euro sowie Marihuana zum Eigenkonsum erhalten. Der Prozess wird am Dienstag um 10 Uhr fortgesetzt.

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