Dauerhaftes Wohnen ist am Eyller See in Kerken nicht erlaubt. Nun hofft man auf die Änderung des Landesentwicklungsplanes. Am Donnerstag tagt der Rat.

Am Eyller See in Kerken: Eigentümer haben Angst um ihre Häuser

Dauerhaftes Wohnen ist am Eyller See nicht erlaubt. Nun hofft man auf die Änderung des Landesentwicklungsplanes.

Die Stimmung in der Ferienhaussiedlung entlang der Pappelstraße am Eyller See passt nicht zum sommerlichen Wetter und der idyllischen Kulisse. „Wir haben Angst um unsere Existenz“, bringt es Anlieger Udo Schipior auf den Punkt. Denn über den etwa 100 Eigentümern, deren Heimat die Siedlung teilweise seit Jahrzehnten ist, schwebt die Gefahr, ihre Häuser räumen zu müssen. Planungsrechtlich ist dauerhaftes Wohnen dort nicht zulässig, es handelt sich um Wochenendhäuser. Nun bauen die Anwohner auf die Ratssitzung am Donnerstag (18 Uhr, Michael-Buyx-Haus, Nieukerk). Da geht es um die Stellungnahme der Gemeinde Kerken zur Änderungen des Landesentwicklungsplanes (LEP). An der Pappelstraße hofft man, so dauerhaftes Wohnen in dem Gebiet rechtlich absichern zu können.

Peter und Gabriele Rössel verdeutlichen, um welche Dramatik es geht. Seit 18 Jahren wohnen sie in ihrem Haus. Zudem wohnt auch ihre Mutter Waltraut Groeters in der Siedlung. Wegen deren Pflegebedürftigkeit steht nun der Umzug nach Nieukerk an – finanziert durch den Verkauf der beiden Häuser. Doch potenzielle Käufer wurden jetzt von der Gemeindeverwaltung darauf hingewiesen, dass man dort nicht dauerhaft wohnen darf. Für Rössels ist völlig offen, wie es weiter geht. „Wir hängen in der Luft“, sagt Gabriele Rössel.

Dabei ist die Siedlung kein abgetrennter Bereich, wie es beispielsweise ein Ferienpark ist. Die Straße gehört der Gemeinde, wie andere Bauherren auch haben die Eigentümer entsprechend Erschließungskosten gezahlt. Und wie jeder Kerkerner Bürger zahlen sie die üblichen Abgaben und Steuern.

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In der Kerkerner Politik ist die Unterstützung groß. Die BVK hatte zum Bauausschuss einen Eilantrag eingereicht. Mit der Stellungsnahem zum LEP soll die „Schaffung der landesplanerischen Voraussetzungen zur Zulässigkeit einer dauerhaften Wohnnutzung in dem bestehende Wochenend- und Ferienhausgebiet“ erreicht werden. Das Anliegen wird von allen Fraktionen unterstützt. Man verweist besonders auf Kalkar, wo bei ähnlicher Problemlage eine entsprechende Stellungnahme formuliert wurde. Wir dürfen die Menschen hier nicht im Regen stehen lassen“, sagen Bernhard Rembarz und Ralf Janssen von der Bürgervereinigung Kerken.

Die Gemeindeverwaltung Kerken unterstützt das Anliegen ebenfalls und wird im Rat einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, um den Wunsch, das Sondergebiet in ein Wohngebiet umzuwandeln, zu formulieren, bestätigte Bürgermeister Dirk Möcking am Montag auf Anfrage unserer Redaktion.

Landesweit gibt es laut Gabriele Rössel 300 vergleichbare Gebiete mit gut 50.000 Bewohnern. Sie hofft, dass möglichst viele sich in diesen Tagen zu Wort melden, damit die Landesregierung spürt, welche Sorgen hinter dem Anliegen stecken. Ist am Donnerstag die Hürde Rat genommen, bleibt bis zum Herbst abzuwarten, wie das Land mit dem LEP umgeht.

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