Das ist Walbecks neue Spargelprinzessin Annika Croonenbroeck

Annika Croonenbroeck im Porträt : Das ist Walbecks neue Spargelprinzessin

Annika Croonenbroeck ist in dieser Saison die Repräsentantin des Spargeldorfs. Ihren ersten großen Auftritt hat sie während der Grünen Woche in Berlin.

Plötzlich Prinzessin? So sehr das gut gehütete Geheimnis viele Gäste des Walbecker Dorffestes überraschte, die neue Amtsinhaberin Annika Croonenbroeck hatte etwas länger Bedenkzeit. „Es passte zuvor nicht in meine Pflichten mit dem Auslandssemester. Aber jetzt, endlich: Es ist mir eine Ehre, meine Heimat Walbeck und den Spargel touristisch zu repräsentieren“, strahlt die neue Spargelprinzessin. Es werde sicher ein aufregendes Halbjahr mit vielen Terminen. In diesem Jahr kommt die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort am 25. April hinzu. In ihrer roten Robe werde sie ihren Hauptfesttag am Sonntag, 3. Mai, genießen. „Wer mich kennt, weiß, es musste ein rotes Kleid sein, meine Lieblingsfarbe“, verrät sie.

Was danach kommt? Die beruflichen Pläne der Studentin stehen bereits fest: Nach dem Bachelor hängt sie in Essen noch ihre Masterarbeit an, möchte nach weiteren vier Semestern künftig Wirtschaftswissenschaften und die Fremdsprache Spanisch an einer Berufsschule unterrichten. „Ich mag es, auf Menschen zuzugehen, mit ihnen zu kommunizieren“, sagt die 26-Jährige. Womit sie die beste Basis für das Ehrenamt in diesem Jahr mitbringen dürfte.

Vor der Uni hatte sie ihre zweieinhalbjährige Ausbildung als Tourismuskauffrau in Essen abgeschlossen. Dabei hatte sie festgestellt: Walbeck sei in der Branche bekannt und werde stets mit Spargel in Verbindung gebracht. „Ich habe einige Fahrten ab dem Ruhrgebiet zu Kreuzfahrten in Norwegen begleitet. Wenn ich erklärt habe, dass ich aus Walbeck komme, kannten rund 80 Prozent der Kunden unser Spargeldorf“, bestätigt die junge Frau. Sie selbst bereiste nach der Ausbildung für dreieinhalb Monate Costa Rica, Nicaragua und Mexiko, während des Studiums vertiefte sie die Fremdsprache mit einem Auslandssemester in Spanien. „Ich musste meine Wohnung in Essen aufgeben. Seitdem pendele ich zwischen Walbeck und Essen. Die Bus- und Bahnverbindungen könnten besser sein. Aber das ist in Ordnung“, sagt die Walbeckerin.

Die Spargelprinzessin beschreibt sich selbst als bodenständig, ist Mitglied in der Landjugend und dem Musikverein. Nach dem Leben in der Großstadt schätzt sie wieder das pure Landleben mit den Vorzügen einer Dorfgemeinschaft: „Walbeck bedeutet für mich Heimat, Zusammenhalt, Gemeinschaft, Familienbande. Ich kenne die Nachbarn. Man grüßt freundlich und kennt die meisten.“

Während des Dorffestes, das bekanntlich vom Musikverein Walbeck ausgerichtet wird, moderieren Annika Croonenbroeck und Vereinskollege Karsten Cox gemeinsam seit drei Jahren das Programm, also auch die Proklamation. „Ich stamme zwar nicht aus einer der typischen Anbaubetriebe für den Spargel, als Mitglied des Musikvereins bin ich aber immer eingebunden in die Festlichkeiten“, beschreibt die Spargelliebhaberin. Überhaupt spiele die Liebe zur Musik innerhalb ihrer Familie eine tragende Rolle: Mutter Angelika spielt Flügelhorn, Vater Theo die Trompete und Schwester Christin früher die Klarinette. In einer Ecke des Wohnzimmers steht eine alte Drehorgel. Ein Objekt aus der einstigen Sammelleidenschaft des verstorbenen Opas, das zum Schmugglerspektakel erklingt. „Seit 2007 bin ich im Musikverein, habe zunächst Flöte gelernt. Vor etwa zehn Jahren habe ich auf Trompete gewechselt“, greift die Walbeckerin zum glänzenden Blasinstrument, eine Dauerleihgabe ihres Patenonkels. Durch die verschiedenen Termine mit ihrem Musikverein sei sie mit allen Feiern, Festen und Ständchen bestens vertraut. Und auch Annikas Trompetenspiel klang durch die Nacht, als eine Gruppe junger Musiker am Heiligabend in Walbecks Straßen das „Stille Nacht, Heilige Nacht“ anstimmten.

Nach dem Jahreswechsel freut sie sich zunächst einmal auf ihren ersten großen Auftritt während der Grünen Woche in Berlin. „Mit meiner Familie und meinem Festwirt Peter Eyckmann und dem Prinzessinnen-Ausschuss. Mama hat versprochen: Wenn du willst, wir kommen überall mit. Und mit Heinz-Josef Heyer an meiner Seite“ vertraut die Spargelprinzessin dem Spargelgrenadier, zugleich auch Vorsitzender des Musikvereins. „Er ist bei so vielen Begegnungen der ‚Türöffner‘, weil er so viele kennt.“ Ein weiterer „Türöffner“ dürfte die kulinarische Kostprobe ihres Prinzessinnen-Gerichts sein, das sie mit Peter Eyckmann ausgetüftelt hat: „Spargeltaschen mit Roastbeef“.