Zauberer Marc Weide in Geldern: Das ganze Programm war ein großer Trick

Zauberer Marc Weide in Geldern: Das ganze Programm war ein großer Trick

Marc Weide interagierte mit einer zuvor aufgezeichneten Assistentin, zauberte Eheringe zusammen und Spielkarten auf sein T-Shirt: Der 27-jährige Weltmeister-Magier sorgte für begeisterte Zuschauer.

Marc Weide besitzt dieses gewisse Etwas, diesen besonderen Funken, den nur wenige Entertainer haben. Als er elf Jahre alt war, entschloss er sich, Magier zu werden. „Und es gab für mich niemals einen Plan B“, betonte der Künstler. Er kommt mit nur 16 Jahren als jüngstes Mitglied in den „Magischen Zirkel“.

„Nach dem Abitur habe ich dann ein Probejahr gemacht, um zu schauen, ob ich von der Magie leben kann und glücklicherweise hat alles geklappt“, meinte er bescheiden. Er arbeitete sich in verschiedenen Wettbewerben hoch, trat dieses Jahr zum ersten Mal bei der Weltmeisterschaft der Zauberkunst an und nahm gleich den Sieg in der Sparte „Salon-Magie“ mit nach Hause.

Der Kunstverein Gelderland bewies seine gute Nase für das Aufspüren kommender Weltmeistertalente, als Marc Weide bereits vor etwa anderthalb Jahren gebucht wurde. Die staunenden Zuschauer in der ausverkauften Tonhalle der Kreismusikschule waren am Sonntag ganz begeistert von den Illusionen, die ihnen präsentiert wurden: Münzen wurden miteinander verschmolzen, Geldscheine wurden in Zitronen gezaubert und doch war das Magischste am Abend die wunderbare Stimmung, die Weide heraufbeschwor.

Sein aktuelles Programm trägt den Namen „Hilfe, ich werde erwachsen“ und statt pausenloser Tricks akzentuierte der Künstler seine Darbietungen enorm pointiert. Er redete über seine eigenen Träume und Wünsche und hatte sogar ein Video mitgebracht, das ihn zeigte, wie er als Kind einen Zauberkasten geschenkt bekommt. „Wir wollen immer in der Zeit leben, in der wir uns nicht befinden“, philosophierte er über die nostalgischen Augenblicke, die jeder in seinem Leben hat. Passend zu dieser Herangehensweise handelte sogar ein magischer Moment davon, dass er zusammen mit dem Publikum eine Zeitreise unternahm.

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Viele Requisiten zog der Magier aus einem Schultornister und präsentierte dabei auch einige Comics. Weide holte Besucher Eric Niels auf die Bühne, ließ ihn das „Lustige Taschenbuch“ festhalten und erzauberte nicht nur das Wort, das nur Niels in dem Büchlein gelesen hatte, sondern ließ auch gleich die gesamte Seite verschwinden. „Ich habe nicht gesehen, wie der Trick funktionierte“, verriet Eric Niels. „Irgendwas ist da passiert, aber ich kann nicht erklären was. Und wie er das alles präsentiert, so lustig und flüssig, wie er das macht. Das ist einfach nur klasse.“

Auch Zuschauerin Anne Fuchs wurde zu einem Teil des Programms, als Marc Weide ihren Ehering mit zwei weiteren verkettete: „Ich hab eben schon nachgeschaut, ob es auch meiner war und das war er.“ Hatte sie Sorge, ihren Ring zur Verfügung zu stellen? „Nein, denn ich habe ihm vertraut. Ich kannte ihn aus dem Fernsehen und man merkt ja, dass er ein guter Mann ist. Er macht alles auch so schön abwechslungsreich.“

Das Gelderner Publikum bekam ebenfalls jenen Trick zu sehen, der Marc Weide den Meistertitel einbrachte. „Er holte diese Frau auf die Bühne, zauberte seinen Schuh weg, hatte plötzlich ein anderes  T-Shirt mit Spielkarte an und zauberte von der dann auch noch eine Ecke weg und wieder hin“, beschrieb Besucher Bernd Wiese. „Das musste man einfach selbst erleben.“

Das Beste an dem Abend war, dass das gesamte Programm von Marc Weide ein großer Trick war: Der spielerische Charme, die vielen nostalgischen Versatzstücke und die ungehemmte Freude des Magiers, brachte die Zuschauer dazu, für gut zwei Stunden mit großen Kinderaugen alles andere um sich herum zu vergessen und das ist wahrlich zauberhaft.

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