Geldern: "Curry auf Oliven" begeistert in Heilig-Geist

Geldern: "Curry auf Oliven" begeistert in Heilig-Geist

Das Ensemble "Noisten" war in der Reihe "Kunst trifft Kirche" in Geldern zu Gast.

Beim Gemeinschaftsprojekt der evangelischen Kirchengemeinde und dem Kunstverein Gelderland "Kunst trifft Kirche" war das Ensemble "Noisten" mit seinem Programm "Curry auf Oliven" zu Gast. Ortspfarrerin Sabine Heimann, Mirjam Grönheim-Keuck und die Vereinsvorsitzende Inge Ruhs freuten sich über eine volle Heilig-Geist-Kirche und versprachen authentischen Klezmer, der sich musikalisch mit anderen Kulturen verbindet und mit dynamischen Rhythmen und Melodien die jiddische Volksmusiktradition globalisiert.

Eröffnet wurde der Reigen beschwingt mit "Freylach", einem fröhlichen, traditionellen jiddischen Gruppentanz, bei dem Reinald Noisten (Klarinette und Bassklarinette) gleich die Vielseitigkeit seines Instruments vorstellte. Anschließend gab es den "Krakauer Kalauer", eine spritzig klangvolle Komposition des Bassisten Andreas Kneip, der im Stil des traditionellen polnischen Klezmers Altes mit Neuem kombinierte. Im Stil eines indischen Raga mit festen melodischen und ornamentalen Elementen entstand nach einer Idee des Sri Lankers Shan-Dewaguruparan (Perkussion) ein "Vanakkam Klezmer", der gefühlsbetont das Publikum mit sphärischen Klängen beflügelte.

Von Claus Schmidt (Gitarre und Bouzouki) stammt das "Bay a Glezele Mashke", ein gemäßigte, mit karibischen Elementen versetztes Stück. Es gelang den Musikern mit einer anregenden, abwechslungsreich harmonischen Kombination aus christlicher, islamischer und jüdischer Musik den drei abrahamitischen Weltreligionen die Zuhörer zu überzeugen. Die Heilig-Geist-Kirche trug mit ihrer glänzenden Akustik und mit einer bezaubernden Illumination in Form eines Sternenhimmels zu einer sensiblen Atmosphäre bei.

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Mit "klaren Worten" ging es bei "Tacheles" zur Sache. "Curry auf Oliven" gab es in dem Global Klezmer "Shir" mit Blick auf die lauen Lüfte, bei denen man barfuß über den Rasen wandelt. Eine Hommage an den Hinduismus gab es in Form einer "Skotshne", einer ausgefeilten Tanzmelodie mit raffinierten Übergängen und Perkussion-Effekten. Interaktiv vermittelte Reinald Noisten dem Publikum den Rhythmus eines 7/8-tel Taktes für das Lied "Gesiebte Oliven", und das gelang erstaunlich gut.

In einem phänomenalen Trommelsolo bewies Shan-Dewaguruparan seine Fingerfertigkeit auf den unterschiedlichen Perkussionsinstrumenten wie Tabla, Genjira, Gaddam, Djembe, Darbuka und der Maultrommel und sorgte für Begeisterung. Mit der "Blauen Hora", einem Tanz aus den Balkanstaaten, ließ Noisten seine Bassklarinette die Vielseitigkeit der musikalischen Wurzeln erklären. Mit der Premiere "Gute Nacht", die offensichtlich indische Herkunft hatte, endete ein beeindruckendes Konzert.

(usp)