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Corona verhindert Kauf des Jugendheims Aldekerk durch Gemeinde

Corona sorgt für Haushaltssperre : Gemeinde kann das Jugendheim Aldekerk nicht kaufen

Eigentlich wollte die Gemeinde das Gebäude kaufen, weil es sehr zentral gelegen ist. Doch wegen der Corona-Krise muss auch Kerken mit Finanzproblemen kämpfen. Der Kämmerer hat eine Haushaltssperre erlassen.

Das Jugendheim in Aldekerk geht erst einmal nicht an die Gemeinde Kerken. Wegen der Corona-Krise hat der Kämmerer der Gemeinde Kerken eine Haushaltssperre erlassen. Davon ist auch das Jugendheim Aldekerk betroffen. Hierüber hat Bürgermeister Möcking die katholische Pfarrgemeinde St. Dionysius vor kurzem informiert. „Es ist bitter“, sagt Möcking, der Kaufvertrag war soweit fertig, man war sich über Details, etwa das Gruppen bis zum Neubau des Pfarrheims weiterhin die Räume des Jugendheims nutzen können, einig. „Es ist ein sehr zentrales Gebäude und wir wollten es als Begegnungsstätte erhalten“, sagt der Bürgermeister. Durch den Wechsel in der Führung von St. Dionysius habe sich der Prozess in die Länge gezogen. Denn schon lange war der Kauf ein Thema. Jetzt macht die Haushaltssperre dem Ganzen ein Ende.

Nach Beratung im Verwaltungsausschuss der Pfarrei soll das im Aldekerker Zentrum gelegene Grundstück nun auf dem Markt zum Verkauf angeboten werden. „Interessenten haben sich schon länger bei uns gemeldet“, so Pfarrer Christian Stenz. „Bisher haben wir aber wegen der schon länger geführten Gespräche mit der Gemeinde und der ursprünglich beabsichtigten gemeinnützigen Nutzung der Immobilie andere Gespräche nicht weiter verfolgt. Nun stehen wir aber vor einer neuen Situation.“ Die Pfarrei ist nach wie vor an einem Verkauf interessiert, da der Erlös für die geplante Neuerrichtung eines Pfarrheims in Aldekerk verwendet werden soll. Bisher war der Preis mit 75.000 Euro veranschlagt, im Kaufvertrag mit der Gemeinde sollte noch eine zusätzliche Klausel aufgenommen werden, dass die Pfarrgemeinde an einem möglichen Gewinn beteiligt wird, wenn das Gebäude nicht für gemeinnützige Zwecke genutzt wird. Die Kerkener SPD hatte für ein Ärztehaus an dieser Stelle plädiert.

Die bisher bekannten Pläne für dieses Gebäude sind nun vom Tisch. Laut Stenz gibt es einen Interessenten, der von einem „Filetstück“ sprach. Zentral und von Grün umgeben. „Es ist innerhalb Aldekerks eine der besten Lagen, die man sich vorstellen kann.“ Bisher beherbergte das Jugendheim Gruppen wie die Messdiener. Die sollen demnächst im Pfarrzentrum, das neu gebaut wird, unterkommen. Darin fließt auch der Erlös des Jugendheimes. Wie hoch der sein wird, bleibt abzuwarten. „Wir werden das Bistum bitten, ein Wertgutachten zu erstellen und den realistischen Marktwert zu ermitteln“, sagt Stenz. Er gehe davon aus, dass der auf dem Markt erzielbare Preis deutlich höher liegt als die bisher veranschlagten 75.000 Euro für den Verkauf an die Gemeinde Kerken.