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Corona-Regeln im Gelderland: Viel Verständnis für die Maskenpflicht

Corona-Regeln im Gelderland : Viel Verständnis für die Maskenpflicht

Einkaufen darf man nur noch, wenn Mund und Nase bedeckt sind. Die Kunden in Geldern, Straelen und Kevelaer hielten sich am Montag an die neue Corona-Regel. Für den Notfall halten einige Geschäfte Masken bereit.

Eine Gruppe von Radtouristen genoss am Montagvormittag auf dem Straelener Marktplatz die Sonne. Ohne Gesichtsmaske. Denn ein Geschäft wollten sie laut übereinstimmender Auskunft während ihrer Fahrt nicht betreten. Einige andere auf dem Markt ohne Mundschutz schon. Relativ lang war die Schlange vor der Markt-Apotheke. Menschen standen an, just um sich diese Masken zu besorgen. „Ein Paket mit Mundschutz von Verwandten aus Polen ist noch nicht angekommen“, begründete ein junges Paar seinen Besuch. „Bei uns in den Niederlanden sind die Masken noch nicht Pflicht, doch zum Shoppen in Deutschland brauche ich die, und in meiner Apotheke war alles ausverkauft“, sagte ein Mann aus Venlo. „Ich weiß, dass die ab heute Pflicht sind“, räumte Fritz Worring, einer der Wartenden, ein. Wenig später hielt der 88-jährige Straelener eine Maske in der Hand.

Und war damit so ausgerüstet wie wohl alle Kunden, die am Montag die Straelener Geschäfte besuchten. In keinem der befragten Läden wurde davon berichtet, dass ein Besucher mangels Mund- und Nasenmaske zurückgeschickt werden musste. Eine Kundin hatte es zunächst vergessen, holte die Maske auf Hinweis des Händlers dann aber hervor. Ansonsten „alle diszipliniert bisher“, berichtete Optiker Helmut Syben. Bei Blumen Gatzweiler und im Café Hoenen die gleiche Zwischenbilanz. Auch bei Schuh Leukers war alles im grünen Bereich. „Viele Kunden trugen die Maske schon in der vergangenen Woche“, erzählte Verkäuferin Anne Hansen.

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Lesen Sie hier unseren Kommentar zur Einführung der Maskenpflicht.

Auch in Geldern verlief der erste Tag der Maskenpflicht sehr entspannt. „Die Kunden kamen heute Morgen alle gleich mit der Maske ins Geschäft“, berichtet Jutta Vogel von Juwelier und Optik Alfons Vogel am Markt. Auch beim Gelderner Fahrradprofi auf der Hartstraße gab es keine Diskussionen. Dem einzigen Herrn, der noch keine Maske hatte, wurde aus eigenen Beständen geholfen, berichtete Inhaber Marcel Beyer.

„Bei uns sind die Kunden zum allergrößten Teil schon lange mit Maske unterwegs“, so Annemone Breuer vom Gartencenter Breuer in Kevelaer. Ab Montag war man auch dort konsequent: Ohne Maske geht es nicht ins Geschäft. Die Kontrolle ist kein Problem, da Breuer über eine begrenzte Zahl von Einkaufswagen schon seit Langem steuert, dass es nicht zu voll wird. Und die freundliche Mitarbeiterin, die die Wagen desinfiziert, kann im Notfall auch mit einer Maske aushelfen. Dank der Neuauslegung der 800-Quadratemeter-Regel konnte am Montag auch Bayer Decodomus wieder nach entsprechender Abgrenzung erstmals öffnen. Ab Dienstag gelten die gewohnten Öffnungszeiten. Wer in das Raumausstatter-Fachgeschäft in Winnekendonk kam, hatte auch eine Maske auf, berichtet Brigitte Bayer-Janeck. Diskussionen dazu gab es nicht.

Als am vergangenen Montag die Geschäfte öffneten, bildete sich die längste Schlange in Kevelaer vor dem Geschäft „Stoffqult“ in der Bussmannstraße. Alle wollten sich mit Stoffen eindecken, um sich selbst Masken zu nähen. Und bereits in der vergangenen Woche kamen viele schon mit Mundschutz. Mit dem Start der Maskenpflicht sei bislang noch jeder Kunde mit Mundschutz gekommen, berichtet Mitarbeiterin Tillie Vehreschild. Es sei für die Leute offenbar gar keine Frage, sich Mund und Nase zu bedecken. Der Ansturm habe inzwischen etwas nachgelassen, anscheinend haben sich jetzt viele mit Masken eingedeckt. Doch rege Nachfrage gebe es immer noch, so die Mitarbeiterin. Am Montagmittag waren gerade einmal noch neun Masken für Damen und eine für den Herrn zu haben. Alle werden hier selbst hergestellt, Bestellungen werden weiter angenommen. Etwa eine Woche dauert ist, bis die Masken dann da sind.