Christiane Höver aus Straelen wird demnächst geehrt.

Erfolg : Sie ist die beste Auszubildende im Land

Mit der Note „sehr gut“ hat Christiane Höver ihre Ausbildung zur Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten abgeschlossen. Als Jahrgangsbeste in NRW wird sie bald in Düsseldorf besonders geehrt.

So sieht wohl ein rundum glücklicher Mensch aus. Mit ihrem Freund hat Christiane Höver eine gemeinsame Wohnung bezogen. Sie genießt ihren Urlaub. Und in dem Beruf, in dem sie sich wohlfühlt, ist sie erfolgreich. Mit der Note „sehr gut“ hat die 25-jährige Straelenerin ihre Ausbildung zur Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten (PKA) abgeschlossen. Und weil sie damit die Beste ihres Jahrgangs im ganzen Land ist, kommt auf die junge Frau demnächst noch eine besondere Ehrung zu. Am 20. November verleiht ihr Ministerpräsident Armin Laschet in Düsseldorf den Titel „Beste Auszubildende in NRW 2018“.

Diese Auszeichnung wird vom Verband Freier Berufe in NRW ausgelobt. Er vertritt als Dachorganisation 35 Kammern und Verbände der Freien Berufe in diesem Bundesland, darunter Apotheker, Grafik-Designer, Notare, Rechtsanwälte, Tonkünstler, Wirtschaftsprüfer und Zahnärzte.

Christiane Höver hatte erst einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Nach ihrem Fachabitur an der Liebfrauen-Realschule Geldern im Sozial- und Gesundheitswesen lernte sie zunächst Erzieherin. Aber dann merkte Höver: „Das ist nicht das, was ich mit 40, 50 machen will.“ Ein Praktikum in Straelen brachte den Kurswechsel in Richtung Apotheke. Das verfestigte sich während der Ausbildung bei Matthias Cuypers in der Barbara-Apotheke an der Annastraße in Geldern.

„Ich bin echt glücklich“, sagt die Straelenerin über ihre Arbeit dort. Die normalerweise dreijährige Ausbildung schaffte sie in zwei Jahren. Als PKA ist die Einser-Absolventin seit September vorwiegend im „Back Office“ der Apotheke tätig. Das heißt: Mit Kunden hat sie eher wenig Kontakt. Sie kümmert sich darum, dass möglichst alle Medikamente vorrätig sind. Bestellwesen, Wareneingang, Lagerüberwachung – diese Faktoren unter anderem gehören zu ihrem Job.

Wie viel Medikamente es im Lager gibt? Da zuckt die junge Frau mit den Schultern. Für den kompletten Überblick ist sie auf Kollege Roboter angewiesen. Der sogenannte „Kommissionär“ steht für modernste Technik und hat die Bestände gespeichert. „Er weiß, wo im Magazin was liegt“, erklärt Christiane Höver. Doch die Verantwortung dafür, dass die Quote der „Nein-Verkäufe“, der Fälle, wo ein Kunde nicht das verlangte Medikament bekommt, möglichst gering ist, trägt sie.

Das Aushandeln von Konditionen mit Vertretern fällt ebenfalls in ihr Aufgabengebiet. Denn längst nicht für alle Arzneien gelten Festpreise. So kommt es darauf an, die durchaus vorhandenen Spielräume zugunsten der Apotheke auszunutzen. Und nichts ist so beständig wie der Wandel. „Alle drei Monate ändern die Krankenkassen die Rabattverträge“, weiß die PKA.

Kontakt zu Kunden hat sie in erster Linie beim Ausmessen von Kompressionsstrümpfen. Dabei ist sie auch Kummerkasten, bekommt die Klagen derer mit, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

Die Konkurrenz durch Internet-Apotheken findet Christiane Höver nicht gut. „Wir hier in der Apotheke bieten direkte Beratung, zum Beispiel bei Medikamentenunverträglichkeiten“, nennt sie einen Vorzug der Fachleute vor Ort. Sie verweist auf den 24-Stunden-Notdienst und darauf, dass Apotheken Medikamente auch nach Hause bringen. „Gesundheit ist das Wichtigste, sie sollte allen kostbar sein“, findet die Straelenerin.

Die Arbeit in der Apotheke macht sie „stolz und froh“. Christiane Höver hat das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein.