1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern

Christel Korbmacher aus Straelen engagiert sich im Hospizdienst.

Ehrenamtlich im Hospizdienst : Keine Angst vor Sterben und Tod

Christel Korbmacher aus Straelen engagiert sich ehrenamtlich im Hospizdienst. Die Koordination folgt durch den Hospiz- und Palliativberatungsdienst, der im Gesundheitszentrum am St.-Clemens-Hospital Geldern zu finden ist.

Um das Thema Sterben und Tod machen viele lieber einen großen Bogen. Bei Christel Korbmacher ist das anders. Sie engagiert sich ehrenamtlich im Hospizdienst: „Auf dieses Ehrenamt möchte ich auf gar keinen Fall verzichten“, sagt die Straelenerin bestimmt. Und wünscht sich, dass mehr Menschen die bereichernde Arbeit der Hospizarbeit für sich entdecken.

Vor gut zehn Jahren kam Korbmacher erstmals mit dem Thema in Berührung. Sie besuchte einen Vortrag zum Thema „Ambulante Hospizarbeit“ im Marien-Haus in Straelen. Die Neugier war geweckt. Eine gewisse Form der Faszination ebenfalls, sodass recht schnell der Entschluss feststand, sich zu einem Befähigungskurs für die ehrenamtliche Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst anzumelden. In rund 110 Unterrichtsstunden lernte sie zwischen Februar und November 2010 die zahlreichen Facetten der Hospizarbeit kennen. Und auch mehr über sich selbst. Es ging nicht nur um den einfühlsamen Umgang mit Sterbenden und den Angehörigen oder rechtliche Aspekte der Hospizarbeit, sondern auch um die Wahrnehmung des eigenen Umgangs mit Sterben, Tod, Verlust und Trauer.

  • Das  Lupe-Team: Regina Ardelt, Maria Luisa
    Freiwilligen-Zentrum in Leverkusen : 25 Jahre Ehrenamt – „Lupinen“ feiern Geburtstag
  • Treffpunkt Innenstadt: Organisator Erhard Raßloff am
    Gefragte Angebote in Ratingen : Das Ehrenamt hat Hochkonjunktur
  • Alexander Gronwald vom "Verein engagiert" und
    Vereine in Meerbusch : Fronhof unterstützt „Verein engagiert“

Die Koordination des Hospizdienstes erfolgt durch den ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst, der seit Jahresbeginn im Gesundheitszentrum am St.-Clemens-Hospital Geldern beheimatet ist. Für die beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen Franziska Eickmans und Birte Bensikaddour bedeutet dies weit mehr als die Beratung zu allen Leistungen rund um palliative Pflege und Hospizdienste.

„Menschen sollen nicht alleine sterben müssen“ – diesen einfachen Wunsch formuliert Birte Bensikaddour, wenn man sie nach ihrem Herzensanliegen fragt. Gemeinsam mit 35 Ehrenamtlichen setzen die beiden Palliativ- und Hospizfachkräfte im ambulanten Dienst alles daran, diesen Gedanken umzusetzen – zum Beispiel mit der Unterstützung von Christel Korbmacher.

So unterschiedlich wie die Menschen selbst sowie deren Lebens- und Krankheitsverlauf, so individuell ist auch ihre Begleitung auf dem letzten Weg. Oft werden viele und intensive Gespräche geführt, anderen ist das gemeinsame Beten wichtig. Oder es wird lediglich die Hand gehalten. „Manchmal ist es vielleicht nur ein Dasitzen“, sagt Korbmacher. Doch auch das wirkt. Denn eines ist allen unterschiedlichen Arten der Begleitung gemein: „Ich möchte den Menschen das Gefühl geben, nicht alleine zu sein.“ Es bildet die Grundlage für einen würdevollen Abschied.

 Die wöchentlichen Krankenbesuche dauern jeweils eine bis eineinhalb Stunden. Manchmal auch länger. Je nach Krankheitsverlauf oder Verfassung der Besuchten. Mindestens einmal im Monat findet ein Treffen der Ehrenamtlichen mit der Koordinatorin zum Austausch statt. Auch dieser ist wichtig für das wirkungsvolle Tun. Man wird in der Arbeit eng von den hauptamtlichen Mitarbeitern begleitet. Spezielle und praktische Weiterbildungen, zum Beispiel zu den Themen Aromatherapie und Handmassage, runden das Engagement ab. „Eigentlich kann sich jeder für den Hospizdienst ausbilden lassen. Es braucht nur gesunden Menschenverstand, eine offene Art und auch eine Prise Humor. „Das Herz auf dem rechten Fleck zu haben, ist eine gute Grundlage“, beschreibt Christel Korbmacher das Anforderungsprofil für das besondere Ehrenamt. Und noch etwas ist ihr wichtig: „Man bekommt in der Hospizarbeit so viel zurück. Seien es bereichernde Gespräche oder ein freundliches Winken mit einem Lächeln bei an Demenz erkrankten Menschen.“ Das bestärkt sie in ihrer Arbeit mit den Schwerstkranken. „Mit einem guten Gefühl gehe ich dann aus dem Zimmer, in der Gewissheit, dass ich etwas Wertvolles, Sinnvolles und Liebevolles geleistet habe.“ Auch Eickmans erkennt eine Bereicherung im Hospizdienst – und das für alle Beteiligten: Sterbende und schwer Erkrankte, Angehörige und Hospizhelfer. „Auch wenn es auf den ersten Blick paradox erscheint: Viele sind überrascht, wie viel Leben im Sterben steckt“, stellt Eickmans heraus und ergänzt: „So wird Sterbebegleitung zur Lebensbegleitung bis zuletzt.“