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Kerken: CDU: Warum Aldekerk seine Gesamtschule bekommt

Kerken : CDU: Warum Aldekerk seine Gesamtschule bekommt

Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter. Diese Volksweisheit kann derzeit problemlos auf die erfreulichen Anmeldezahlen für Aldekerk als Teilstandort des Robert-Jungk-Gesamtschule Krefeld-Hüls angewendet werden.

So verkünden beispielsweise Mitglieder der Bürger-Vereinigung Kerken (BVK), dass sie es doch gewesen seien, die eine Gesamtschul-Lösung von Anfang an bevorzugt hätte. Nun sollten doch nicht Gruppierungen, die bis vor einiger Zeit noch massiv gegen Gesamtschul-Befürworter gewettert hätten, heute als die Retter des Schulstandortes Kerken dastehen dürfen, finden aber die politischen Gegner.

Blick zurück. Der Versuch, gemeinsam mit der Gemeinde Issum eine Sekundarschule zu gründen, war gescheitert. Deshalb überlegten Verwaltungsmitarbeiter und Kommunalpolitiker in Kerken, wie der Schulstandort Aldekerk zu retten sei. Die BVK führte beispielsweise mit Bürgern aus der Nachbarstadt Kempen Gespräche in Richtung Gesamtschule. Wichtige Politiker und Verwaltungsmitarbeiter dort wussten aber von nichts. Außerdem strebte die BVK ein Bürgerbegehren an, das jedoch vom Kerkener Bürgermeister Dirk Möcking wegen eines Formfehlers gestoppt wurde.

Die Kerkener CDU-Fraktionsspitze mit Rainer Hufschmidt und Ulrich Neffe blicken gemeinsam zurück, wie es zur erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Robert-Jungk-Gesamtschule in Krefeld-Hüls wirklich gekommen ist. "Im Gegensatz zur BVK haben wir in Ruhe und ohne großen Aufhebens in der Öffentlichkeit unsere Kontakte geknüpft", zieht Hufschmidt Bilanz. Weil sein Sohn Handball in der Jugend beim ATV spielt, lernte er dort Rainer Hendrichs kennen, dessen Enkel ebenfalls in diesem Verein aktiv ist. Hendrichs war mehr als 25 Jahre lang Leiter des Fachbereiches Schule der Stadt Krefeld. Heute betätigt er sich als Schulorganisations- und Schulentwicklungsplaner. So entstanden die Kontakte zur Schule in Hüls.

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"Es war nicht möglich, dass eine Krefelder Schule offensiv um eine Zusammenarbeit mit Schulen im Kreis Kleve wirbt", erklärt der Schulfachmann, der zufällig auch in Aldekerk wohnt. Hier mussten die Kerkener, in diesem Fall die Kerkener CDU, aktiv werden. "Schnell hatten wir auch Bürgermeister Dirk Möcking und die heimische Verwaltung mit im Boot", fügt Ulrich Neffe noch an. Möcking bestätigte diese Aussage in einem Telefongespräch ausdrücklich.

In diesem Zusammenhang sprechen andererseits Neffe und sein Fraktionschef dem Bürgermeister und seinen Mitarbeitern ein großes Lob für die geleistete Arbeit aus und beziehen die Anerkennung auch auf die Krefelder Schulleitung. Der Erfolg gebe in diesem Fall vielen Recht.

Henrichs, der auch weiterhin die CDU in Schulfragen beraten wird, empfiehlt nun, sich nicht auf den ersten Erfolgen auszuruhen. Denn der Neuanfang in Aldekerk müsse auch mit viel Arbeit für die Zukunft gesichert werden. In diesem Zusammenhang verweist die CDU-Spitze stolz darauf, dass bisher bereits einiges für die Aldekerker Schule getan wurde. Deshalb müsste für den Start des Gesamtschul-Standortes im Sommer kein Geld mehr ausgegeben werden.

Und das "Nachkarten" über die Väter des Erfolges sollte nun unterbleiben.

(RP)