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CDU im Kreis Kleve: Schülerunion will mehr Maskenpflicht

CDU im Kreis Kleve : Schülerunion will mehr Maskenpflicht

Conor Fiele und Alen Hasanovic sind die neuen Vorsitzenden der Nachwuchsorganisation der CDU im Kreis Kleve. Ihre erste Amtshandlung: Sie kämpfen um mehr Vorsicht vor der Pandemie im Alltag.

„Jeder beschwert sich, aber niemand tut etwas“, finden Conor Fiele und Alen Hasanovic. Deshalb wollen sie ihre Altersgenossen davon überzeugen, sich politisch zu engagieren. Seit Montag, 2. Mai, ist es offiziell: Die beiden sind neue Vorsitzende der Schülerunion des Kreises Kleve.

Mit mehreren tausend Mitgliedern ist die Schülerunion, kurz SU, die größte Schülerorganisation Europas. Als CDU-nahe Gruppierung tritt sie seit 1972 als Lobby für Schülerinteressen auf und ist damit auch die älteste parteinahe Schülerorganisation. Auf die Fahne schreibt sie sich christlich-soziale, liberale und konservative Werte. So spricht sie sich ausdrücklich für das bestehende dreigliedrige Schulsystem mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium aus, ist aber auch für einen einfacheren Wechsel zwischen den Schulformen und fordert mehr Chancengleichheit.

Die Schülerunion des Kreises Kleve, die als Unterorganisation des Kreisverbandes der Jungen Union auftritt, war lange Zeit inaktiv. Vor zwei Jahren weckten Conors und Alens Vorgänger die Organisation wieder zum Leben. Die Aufgabe der beiden ist nun, darauf aufzubauen, neue Mitglieder zu gewinnen und dafür zu sorgen, dass die Aktivität nicht wieder einschläft.

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„Uns ist vor allem wichtig, die Politikmüdigkeit bei Schülern zu bekämpfen“, erklärt Conor. Der 15-Jährige ist erst seit Kurzem politisch aktiv: Vor gut neun Monaten habe er entschieden, endlich selbst etwas zu tun, anstatt die schlechten Schulbedingungen während der Corona-Pandemie nur aus der Ferne zu kritisieren. Bei seinen Freunden am Friedrich-Spee-Gymnasium stößt das Engagement teilweise auf Unverständnis: „Die CDU finden viele doof, weil Social Media die Dinge oft falsch darstellt“, erklärt er.

Berufskolleg-Schüler Alen Hasanovic ist schon etwas länger „im politischen Geschäft“, wie er sagt. Seitdem er elf ist, engagiert er sich schon politisch, erst auf Schulebene, dann in Parteiorganisationen und als Assistent des Ortsbürgermeisters. „Ich hatte immer schon Interesse an Schulpoitik“, erklärt der 18-Jährige. „Ich habe mir dann einfach alle Parteiprogramme durchgelesen und mich am meisten mit der CDU identifiziert.“ Dass Alen schon „ein alter Hase ist“, beruhigt Conor: „Es ist gut, jemanden dabei zu haben, der schon weiß, wie es geht.“

Die beiden Vorsitzenden haben schon jetzt große Pläne: Um mehr Schüler anzusprechen und neue Mitglieder zu gewinnen, wollen sie eine umfangreiche digitale Präsenz aufbauen. „Früher hätte man sich vielleicht in einem Stand auf den Marktplatz gestellt, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Das geht natürlich einmal wegen Corona nicht, aber auf dem digitalen Weg spricht man auch mehr Menschen an, vor allem Schüler“, erklärt Alen. Zusätzlich zu dem schon bestehenden Instagram-Kanal sind auch eine Facebook-Seite und eine Website in Planung. Ihnen sei wichtig, digitale Gegenstimme zu sein für Unwahrheiten, die über soziale Medien verbreitet werden. „Wir wollen uns positionieren, unsere Meinung äußern, aufklären und informieren.“

Neben der digitalen Präsenz haben die beiden noch ein zweites Ziel: „Ansprechpartner sein für junge Leute, wenn sie Ideen für Veränderung haben oder ihnen etwas nicht gefällt.“ Jeder soll sich mit einbringen können und seine Meinung sagen, auch, wenn sie nicht mit der eigenen übereinstimmt. Um besser zu verstehen, was ihre Schulkameraden wollen, haben die beiden gleich eine Umfrage in der Gelderner Innenstadt durchgeführt – natürlich coronakonform. „Wir wollen wissen, wie die aktuelle Schulsituation wahrgenommen wird“, so Conor. Die Ergebnisse der Umfrage sollen im Anschluss bei Instagram veröffentlicht werden.

Eine erste Amtshandlung wurde aber schon vor einigen Tagen durchgeführt: Die Schülerunion Kreis Kleve hat es sich zum Ziel gemacht, für eine erweiterte Maskenpflicht für Schüler zu kämpfen. Nicht nur in der Schule und an der Bushaltestelle, sondern auch auf dem Weg dazwischen sollen die Schüler ihre Maske anbehalten. „Wenn man sich auf dem Schulweg dicht an dicht unterhält und Klassen durcheinander laufen, bringen die Regeln in der Schule auch nichts.“ Ob sie den Kampf für die Maskenpflicht gewinnen werden, ist noch unklar. Sicher ist aber, dass die beiden sich mächtig für ihre Altersgenossen ins Zeug legen. „Der Vorteil der Schülerunion gegenüber ‚normalen‘ Politikern ist: Ich bin selbst vor Ort und konkret betroffen von den Entscheidungen“, so Conor.