CDU Geldern kritisiert Pläne der Sparkasse Krefeld

Schließung der Geschäftsstsellen in den Ortschaften Kapellen, Veert und Walbeck : CDU kritisiert Pläne der Sparkasse

Die geplante Schließung der Geschäftsstellen in Kapellen, Veert und Walbeck steht in der Kritik. Fraktionsvorsitzender Michael Cools zeigt sich besorgt. Bürgermeister Sven Kaiser sieht Schwächung der Infrastruktur in den Ortschaften.

„Auf das Schärfste“ kritisiert die Gelderner CDU-Fraktion die geplante Schließung der Sparkassen-Geschäftsstellen in den Ortschaften Kapellen, Veert und Walbeck. Fraktionsvorsitzender Michael Cools zeigt sich besorgt, dass insbesondere die ältere Generation von der Durchführung ihrer Bankgeschäfte abgeschnitten wird. Durch die Schließung der Filialen seien die Menschen aufgefordert, den Weg nach Geldern auf sich zu nehmen, um den Kontoauszug zu ziehen, die Überweisung abzugeben, den Dauerauftrag einzurichten. Auch von der Bargeldversorgung würden insbesondere Senioren durch den Abbau der Geldautomaten in den Ortschaften abgeschnitten.

Die CDU beantragt deshalb, zu prüfen, ob es seitens der Stadt Geldern Möglichkeiten gibt, öffentlichen Raum in den Ortschaften zur Verfügung zu stellen, um der Sparkasse eine Aufstellung von Geldautomaten unentgeltlich zu ermöglichen.

Die Sparkasse Krefeld hatte angekündigt, ab Frühjahr 2020 insgesamt 19 Geschäftsstellen dicht zu machen. Im Gelderland sind neben Kapellen, Veert, Walbeck auch Issum und Nieukerk betroffen. Vorstandsvorsitzende Birgit Roos und Regionalmarktleiter Patrick Tekock verwiesen auf „Kundenstromanalysen“. Im Durchschnitt besuchten die Kunden nur noch einmal pro Jahr eine Filiale, hätten aber jährlich 350 Online-Kontakte. Die Geldversorgung in Nieukerk, Veert, Walbeck und Issum soll durch einen Bus erfolgen. Für Kapellen wird laut Tekock dieser Service noch überlegt.

„Mit großem Erschrecken hat die CDU die Nachricht von der Schließung der Sparkassen-Filialen zur Kenntnis genommen“, sagt Michael Cools. Dass sich Kreditinstitute aus der Fläche zurückziehen, ist ein seit einigen Jahren bekanntes Phänomen. Bisher waren hier insbesondere kleinere Ortschaften bis zu 3000 Einwohnern betroffen. Nunmehr werden Dörfer mit höheren Einwohnerzahlen in Mitleidenschaft gezogen. „Diesen Umstand kritisieren wir auf das Schärfste“, so Cools, „da dies vor allem die Bürger trifft, die nicht die Mobilität besitzen.“ Zwar stehen die Geldautomaten der Genossenschaftsbanken noch weiterhin zur Verfügung, doch können Kunden der Sparkassen diese nur gegen eine Auszahlungsgebühr benutzen.

Leichte Kritik gibt es von Cools auch an der Informationspolitik der Sparkasse. Man habe nur aus der Zeitung von den Plänen erfahren. Bürgermeister Sven Kaiser berichtet in einer Stellungnahme, einen Tag vor der Bekanntgabe der Entscheidung der Sparkasse Krefeld informiert worden zu sein. Er habe aber keine Möglichkeit gehabt, darauf Einfluss zu nehmen. Die Ortsbürgermeister habe er über die Entwicklung informiert. Den Rückzug des Kreditinstituts aus den Ortschaften sieht Gelderns Bürgermeister kritisch. Kaiser: „Selbstverständlich kann ich die betriebswirtschaftlichen Beweggründe der Sparkasse Krefeld nicht beurteilen, dennoch ist die Sparkasse gerade durch ihre Präsenz in der Fläche immer ein Institut gewesen, das in den Ortschaften fest verwurzelt und für die Versorgung der Bewohner und Unternehmen von großer Bedeutung war.“ Auch Kaiser verweist besonders auf die Belange von Menschen, die nicht mehr so mobil sind und für die es schwierig sei, die Geschäftsstelle in Geldern zu erreichen. „Wenn man auch die Gründe für diese Entscheidung nachvollziehen kann, so bedeutet sie unter dem Strich eine Schwächung der Infrastruktur in unseren Ortschaften. Es bleibt abzuwarten, ob die Angebote einer medialen Filiale und der Sparkassen-Bus dies kompensieren können.“

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