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Bundespräsident Steinmeier besucht EÜK in Straelen

Hoher Gast : Bundespräsident besucht Übersetzer

Mit Frank-Walter Steinmeier kommt zum dritten Mal ein deutsches Staatsoberhaupt in das Europäische Übersetzer-Kollegium an der Kuhstraße. Grund für seine Stippvisite ist das 40-jährige Bestehen der Einrichtung.

Nächsten Donnerstag dürften sich viele Schaulustige auf der Kuhstraße in Straelen einfinden. Denn wann kann man das deutsche Staatsoberhaupt schon mal aus nächster Nähe erleben? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt in die Blumenstadt. Er besucht das Europäische Übersetzer-Kollegium (EÜK), das sein 40-jähriges Bestehen feiert. Der Bundespräsident wird sich vor Ort über die Arbeit des weltweit ersten und größten Arbeitszentrums für literarische Übersetzer informieren.

EÜK-Geschäftsführerin Dr. Regina Peeters sprach am Mittwoch gegenüber der RP von einer großen Ehre für die weltweit bekannte Einrichtung. Wie sie weiter mitteilte, wird Bundespräsident Steinmeier am 18. Oktober gegen 15.30 Uhr in Straelen erwartet. Per Helikopter wird er zunächst von einem Vormittagstermin in Bonn nach Weeze fliegen und dann mit dem Auto nach Straelen kommen. Die Ankunft in der abgesperrten Kuhstraße bietet dann für das Publikum die Gelegenheit, den hohen Besuch aus Berlin zu Gesicht zu bekommen, denn das Treffen im EÜK selbst ist eine geschlossene Veranstaltung.

Laut Regina Peeters wird Steinmeier durch das Haus geführt, danach kommt es im Atrium zu einem etwa einstündigen Round-Table-Gespräch mit sechs Übersetzern. Als Vertreter des Landes Nordrhein-Westfalen ist der stellvertretende Ministerpräsident Dr. Joachim Stamp angekündigt. Auch Straelens Bürgermeister Hans-Josef Linßen ist dabei. Ein weiterer Programmpunkt ist der Eintrag des Bundespräsidenten in das Goldene Buch der Stadt. Das Catering übernimmt das Team des Hotels „Straelener Hof“.

Für das EÜK ist es bereits der dritte Besuch eines Bundespräsidenten. Am 28. April 1997 sah sich Roman Herzog in dem Gebäudekomplex an der Kuhstraße um. Auch er reiste mit Hubschrauber und gepanzerter Karosse an und diskutierte eine Stunde lang mit Übersetzern. Ein Kochbuch und eine Torte bekam er geschenkt.

Am 24. März 2003 weilte Johannes Rau für rund 80 Minuten im EÜK. Sein Besuch war damals bereits im Januar zum Festakt anlässlich des 25-jährigen EÜK-Bestehens terminiert. Doch dann erlitt Rau bei einer stürmischen Begrüßung seines Riesenschnauzer-Mischlings „Scooter“ eine Verletzung am Knie und war nicht reisefähig. Im März brachte ihn ein Hubschrauber von seinem Wohnort Wuppertal direkt nach Straelen. Auch Rau unterhielt sich intensiv mit einigen Übersetzern. Deren Beiträge kommentierte der Bundespräsident damals fasziniert: „Wir wären verarmt nur mit deutscher Sprache und Literatur, wenn uns die Welten anderer Sprachen verschlossen wären.“ Einer der Sätze, die Rau damals hörte, war: „Autoren liefern nationale Literatur, Übersetzer aber machen Weltliteratur.“