Wachtendonk: Bürger machen sich im Ausschuss für das Naturbad stark

Wachtendonk : Bürger machen sich im Ausschuss für das Naturbad stark

Ein Sachverständiger soll die Finanzen des Schwimmbads prüfen. Für viele ist das ein erster Schritt zur Schließung.

Volles Haus bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses: Über 30 Bürger waren gekommen, um ein politisches Zeichen zu setzen. Sie nutzten die Fragestunde, um deutlich zu machen, dass sie als Mitglieder im Schwimmverein Naturbad Wachtendonk Sorgen um die Zukunft des Bades haben. Denn auf der Tagesordnung stand die anstehende Sanierung des Schwimmbades. Allerdings nicht nur als Thema für den Haushalt. Der Beschlussvorschlag sah vor, einen externen Sachverständigen zu beauftragen, um die erforderlichen Kosten für die geplanten Sanierungsarbeiten zu ermitteln und Aussagen zum möglichen Sanierungsbedarf der nächsten Jahre zu treffen. Zudem soll der Pachtvertrag mit dem Verein juristisch überprüft werden.

Für die Aktiven, die im vergangenen Jahr einen umfassenden Sanierungsplan erstellt hatten und die entsprechende Förderung beantragt haben, ist das so etwas wie ein Misstrauensvotum und ein erster Schritt zur Schließung des Bades. Aus den Äußerungen wurde schnell klar: Im Verein befürchtet man das Schlimmste und stellt sich auf, um für das Bad zu kämpfen. Dr. Ludwig Ramacher (Grüne), der die Sitzung leitete, antworte geduldig auf die vielen Wortmeldungen, auch wenn er naturgemäß nur selten die Antworten geben konnten, die sich die Gäste erhofften. Schließlich kann er politischen Entscheidungen nicht vorgreifen.

Immerhin konnte er einige klarstellen. Am Geld wird die Sanierung demnach nicht scheitern. „Wir haben dieses Geld“, so Ramacher. Und eine klare Aussage gab es von ihm zu Gerüchten, man wolle das Gelände lieber zu Bauland machen. Wer sich mit dem Thema Ausweisung von Baugebieten auskenne, könne nur sagen, diese Idee „ist völlig gaga“, so Ramacher. Die Antwort auf die entscheidende Frage von Ralf Diefentahl „Ist der Wille da, das Bad bis zum Ende des Pachtvertrags geöffnet zu lassen?“ konnte er aber nicht beantworten. Er verwies auf die Vielzahl der Fraktionen im Rat, die dazu alle ihre eigene Meinung hätten.

Als es dann später nach der Fragestunde und einigen anderen Punkten im Ausschuss um das Thema ging, wurde der Beschlussvorschlag in einem Punkt noch verändert. 60.000 Euro werden jetzt bereits im laufenden Jahr in den Haushalt eingestellt, sodass nach der Begutachtung und folgenden politischen Beratungen ein Baubeginn nach der Sommersaison noch möglich wäre.

Klärende Gespräche soll es zwischen Verwaltung und Verein geben, um die Versorgung der Badbesucher mit Speisen und (alkoholfreien) Getränken zu sichern.

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