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Geldern: Bürger finanzieren Solaranlage

Geldern : Bürger finanzieren Solaranlage

Für eine Million Euro haben die Stadtwerke fünf neue Photovoltaik-Anlagen gebaut – finanziert durch einen Bürgerfonds. 170 Gelderner haben in die "Gelder Solar-Sparbriefe" bei der Volksbank an der Niers investiert.

Für eine Million Euro haben die Stadtwerke fünf neue Photovoltaik-Anlagen gebaut — finanziert durch einen Bürgerfonds. 170 Gelderner haben in die "Gelder Solar-Sparbriefe" bei der Volksbank an der Niers investiert.

Die Stadtwerke haben fünf neue Photovoltaik-Anlagen in Betrieb genommen. Gelderner Bürger haben die 1-Million-Euro-Investition über ein Beteiligungsmodell finanziert. Stadt, Stadtwerke, Wohnungsgenossenschaft Geldern (GWS) und die Volksbank an der Niers hatten das Konzept aus der Taufe gehoben.

Die Finanzierung stand in nur vier Tagen. Die Module sind auf den Dächern der Anne-Frank-Schule, des Lise Meitner-Gymnasiums und auf drei Objekten der GWS installiert worden. 360 000 Kilowattstunden Strom sollen die Module pro Jahr ins Netz einspeisen. Das reicht für etwa 100 Einfamilienhäuser. Durch den sauberen Solarstrom sollen nach Angaben der Stadtwerke 234 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Für 1000 bis maximal 5000 Euro konnten Gelderner Bürger Anfang Dezember "Solar-Sparbriefe" bei der Volksbank an der Niers erwerben. Die Investitionssumme liegt bei einer Million Euro, 800 000 Euro abzüglich der Umsatzsteuer. Innerhalb von vier Tagen waren alle Briefe vergriffen, berichtet Josef Steegmann, Prokurist der Volksbank. 170 Bürger hätten sich beteiligt. Die Nachfrage sei wesentlich größer gewesen. "Und viele Bürger hätten auch gerne höhere Summen angelegt", so Steegmann. Grundidee der vier Partner sei es aber gewesen, möglichst vielen Bürgern eine Beteiligung zu ermöglichen; daher sei der Höchstwert auf 5000 Euro begrenzt worden.

Die Laufzeit der Geldanlage beträgt fünf Jahre. Mit 3,1 Prozent liegt der Zinssatz laut Volksbank-Vorstand Werner Terheggen über Marktniveau. Bei einer Beteiligung von 5000 Euro kassiert ein Anleger nach fünf Jahren insgesamt 775 Euro Rendite. "Reich wird man nicht, aber es ist eine finanziell sichere und eine technisch umweltfreundliche Anlage", sagt Prokurist Steegmann.

Das Investitionsvolumen von einer Million Euro ist ausschließlich Gelderner Betrieben zugekommen, erklärt Arno Nothen, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke. Dazu hatten fünf Betriebe eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Unmittelbar nach dem die Finanzierung stand, begannen sie mit der Montage. Die größte Anlage (250 Kilowatt) ist auf dem Dach der Anne-Frank-Schule installiert worden. Eine 60-Kilowatt-Anlage ziert das Dach des Liese-Meitner-Gymnasiums. Drei 30-Kilowatt-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern der GWS an der Lindenallee und am Havelring.

Wegen des großen Interesses der Bürger an den "Gelder Solar-Sparbriefen" gibt es bei den Stadtwerken Überlegungen, weitere Solarstromanlagen über Beteiligungsmodelle zu finanzieren. "Wir halten derzeit nach geeigneten Objekten Ausschau", sagt Nothen.

(RP)