Geldern: Brücke soll 2008 fallen

Geldern: Brücke soll 2008 fallen

Der Gelderner Bauausschuss soll am Mittwoch endgültig beschließen, die Brücke über die nie fertiggestellte Bahnlinie Moers-Geldern in Hartefeld abzureißen: Die Erhaltung sei teuer als der Abriss, so die Stadt.

HARTEFELD 15 Millionen Goldmark flossen in das Projekt, noch einmal 8,72 Millionen Reichsmark wollte die Bahn ausgeben, doch fertiggestellt wurde es nie: Jetzt soll die Hartefelder Brücke am Schepersweg über die von 1914 bis 1928 geplante und 1922 von den Alliierten verbotene Bahnstrecke Moers-Geldern endgültig abgerissen werden.

100 000 Euro für Abriss verplant

100 000 Euro hat die Stadt dafür bereits im Nachtragshaushalt eingeplant, die Gesamtkosten will sie sich mit der Bahn AG teilen. Der Abriss sei mittelfristig billiger als der Erhalt der maroden und nicht mehr verkehrssicheren Brücke, die zudem nicht mehr benötigt werde, argumentiert die Stadtverwaltung. Nachdem der Abrissplan bereits im März einmal vorgestellt wurde (die RP berichtete), hatten zwei Bürger Einspruch gegen den Abriss erhoben.

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Denen ging die Verwaltung auch nach, kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass in diesem Bereich der Bahnekull kein geschützter Landschaftsbereich festgelegt ist, und die Brücke auch nicht mit schweren landwirtschaftlichen Geräten befahren wird. Geplant ist nun, den Bereich zwischen den Rampen nach dem Abriss aufzufüllen. Dazu will die Stadt zwei Varianten prüfen: Einmal könnte ohne Eingriff in die Böschungsbepflanzung Bodenaushub verwendet werden, der auf dem städtischen Bauhof lagert. Die zweite Variante sieht dagegen vor, die beiden Rampen jeweils auf einer Länge von 25 Metern in einer Stärke von einem Meter abzutragen und dieses Material zu verwenden. Diese Variante wäre teurer, da auf jeden Fall Ausgleichspflanzungen notwendig würden.

Komplett-Rückbau geht nicht

Nicht realisierbar sei ein Vorschlag der SPD, neben der Brücke auch die beiden Rampen vollständig abzutragen. Dazu müsste an den Rampen der vorhandene Baumbestand vollständig entfernt werden, was der Kreis als Untere Landschaftsbehörde jedoch ablehne, da es sich um wertvolle, alte Bäume handele, so die Stadt.

(RP)
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