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Bruderschaften schlagen vor, die Issumer Kirmes abzusagen

Auswirkungen von Corona : Ringen um Absage der Issumer Kirmes

Die Bruderschaften fürchten Regressansprüche. Deswegen möchten sie, dass die Gemeinde als höhere Instanz die Veranstaltung absagt. Allerdings sehe das die momentane Rechtslage nicht vor, heißt es seitens der Verwaltung.

Die Issumer Kirmes abzusagen, das beantragen die beiden Bruderschaften. Das wird Thema in der Ratssitzung am Donnerstag sein. Zum Hintergrund: Bis zum 31. August sind Großveranstaltungen wegen des Risikos, sich mit dem Coronavirus anzustecken und es weiter zu verbreiten, verboten. Die Kirmes in Issum wäre davon eigentlich nicht tangiert. Sie sollte vom 12. bis 15. September stattfinden. Die Betonung liegt auf „eigentlich“. Denn im Schreiben an den Bürgermeister machen der Brudermeister der St.-Nicolai-Bruderschaft, Klaus Cox, und der erste Vorsitzende der St.-Katharina-Bruderschaft, Christoph Cox, deutlich, dass es sich bei der Issumer Kirmes um mehr als nur einen Rummel handelt. Im Mittelpunkt steht der Schützenkönig, zu den Kirmesfeierlichkeiten gehört auch ein feierlicher Festumzug. Das Vogelschießen muss aber abgesagt werden, weil es noch vor dem 31. August stattgefunden hätte. „Eine Verlegung auf das erste September-Wochenende vor einer eventuellen Kirmes ist terminlich und organisatorisch als nahezu unmöglich einzustufen“, heißt es seitens der Bruderschaft. Aber: Eine Kirmes ohne Träger der Königswürde auszurichten, konterkariere den Sinn und Zweck der gesamten Veranstaltung. Auch könne man die Einhaltung der Hygiene- und insbesondere der Abstandsvorschriften der Corona-Schutzverordnung nicht gewährleisten. Deswegen soll die Kirmes in diesem Jahr ausfallen. Als prominente Beispiele werden in dem Schreiben der Bruderschaft das Münchener und das Xantener Oktoberfest genannt. Ohne eine Absage sehe man Regressansprüche auf die Bruderschaften zukommen. Man wolle jetzt, also möglichst frühzeitig die Veranstaltung absagen und dies den Schaustellern und dem Festwirt mitteilen. „Schon jetzt könnten Regressansprüche aus bereits turnusmäßig erfolgten Beauftragungen auf die Bruderschaften zukommen, die gegebenenfalls lediglich durch die Untersagung der Veranstaltung von außen (also durch die Gemeinde Issum) im Rahmen der sogenannten Force-Majeure verhindert werden können“, heißt es im Schreiben der Bruderschaften. Force-Majeure bedeutet höhere Gewalt.

Die Verwaltung der Gemeinde Issum macht in ihrer Begründung allerdings deutlich, dass sie momentan keinesfalls die Veranstaltung einfach absagen könnte. Dafür fehle die rechtliche Grundlage. Fakt ist, dass es bis zum 31. August eine Regelung gebe, darüber hinaus, also für Veranstaltungen im September, aber nicht. Die Argumentation der Bruderschaften könne im vollen Umfange nachvollzogen werden, heißt es. Aber  es könne keine sichere Prognose zur weiteren Entwicklung der Corona-Krise abgegeben werden.

Zur Unterstützung des Anliegens der Bruderschaften sei die Landesregierung angeschrieben worden. Eine Antwort lag (Stand Montagmorgen) nicht vor. Sollte sich die Rechtslage bis zur Ratssitzung am Donnerstag ändern, dann könnte auch der Beschlussvorschlag geändert werden und die Gemeinde könnte beschließen, wegen Corona die Kirmes abzusagen.