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Brandstifter zündet Autos in Geldern an

Mitten in der Stadt : Feuerteufel steckt Autos in Brand

Ein Brandstifter hat in Geldern binnen weniger Tage sechs Autos angezündet. Die Polizei hat einen 42-Jährigen, der zweimal in der Nähe von Tatorten gesehen wurde, unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Sechs Autos sind in den letzten Tagen auf öffentlichen Parkplätzen mitten in Geldern in Brand gesteckt worden. Einige wurden mehr oder weniger schwer beschädigt, andere standen komplett in Flammen. Zwei Mal geschah das auf dem Parkplatz der Sporthalle am Bollwerk, zwei Mal auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes an der Annastraße im Barbaragebiet, einmal auf dem Hinterhof der Gaststätte „Zur Brille“ am Issumer Tor.

Die Brandstiftungen liefen immer nach der gleichen Masche ab: Der Täter entzündete mittels brennbarem Material, etwa Pappe, ein Feuer an einem Hinterreifen.

Nach allem, was bekannt ist, startet die Serie mit einem Fall am späten Sonntagabend auf dem Platz am Bollwerk. Da sieht ein Spaziergänger um 23.30 Uhr Feuer am rechten Hinterreifen eines geparkten Audi. Er löscht und liefert der Polizei bereits die Beschreibung eines Mannes geben, der sich geduckt in der Nähe herumgedrückt hat.

Noch während die Polizisten den Halter des Autos aufsuchen, vollendet der Täter sein Werk: Um 1.05 Uhr brennt der Wagen lichterloh. Dass der Löschversuch des Zeugen fehlgeschlagen sein könnte, schließen die Ermittler vorerst aus. Der Brandstifter muss noch einmal da gewesen sein.

In der Nacht darauf geht es weiter. Gegen 1 Uhr früh werden Anwohner der Annastraße von einem Knall aufgeschreckt. Auf dem Parkplatz des dortigen Edeka-Marktes steht ein Opel Astra voll in Flammen. Auch auf den BMW daneben hat das Feuer schon übergegriffen. Der Knall kam von einem Reifen, der durch die Hitze geplatzt ist.

Der nächste Brand: Dienstagmittag, 12.25 Uhr, Parkplatz am Bollwerk. Eine Zeugin beschreibt einen Mann, den sie neben dem Wagen hat knien sehen. Am Abend um 18.45 Uhr: Alarm am Issumer Tor. Ein weißer VW Passat brennt auf dem Parkplatz der Gaststätte.

Die Einsatzkräfte treffen dort mehrere Zeugen an. Das wird später zur Festnahme führen: „Bei einem Brand ist es üblich, dass man alle Zeugen, die vor Ort sind, befragt und die Personalien feststellt“, erläutert Polizei-Sprecherin Manuela Schmickler.

Um 20.20 Uhr am Dienstag tritt eine Kundin auf den Supermarkt-Parkplatz an der Annastraße und sieht Flammen am Hinterreifen eines Opel Corsa. Sie löscht mit einer Flasche Wasser die brennende Pappe. Ein weiterer Kunde eilt ihr mit einem Feuerlöscher aus dem Laden zur Hilfe. Die Feuerwehr wird gerufen. „Und auf der Anfahrt zu der Annastraße sieht die Besatzung des Rettungswagens auf der Köln-Mindener-Bahn denselben Menschen, den sie gerade dort gesehen hat, wo sie vorher war“, rekapituliert Polizei-Sprecherin Manuela Schmickler. Der Mann, der schon beim Einsatz auf dem Gaststätten-Parkplatz auffiel und auf den auch die Täter-Beschreibungen der vorherigen Zeugen passen.

Der Mann, ein 42-Jähriger mit Wohnsitz in Geldern, ist jetzt in Untersuchungshaft. Seine Vernehmung verzögerte sich am Mittwoch: zum einen wegen Sprachbarrieren, zum anderen, weil der Verdächtige bei seiner vorläufigen Festnahme am Dienstagabend völlig betrunken war. „Die Polizei darf extrem alkoholisierte Leute nicht vernehmen“, so Schmickler. Aussagen, die in so einem Zustand getätigt werden, seien nicht verwertbar. Der angerichtete Sachschaden liegt bei etwa 20.000 Euro; es waren vor allem ältere Fahrzeuge betroffen.